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Gemeinde hält Büros für den Verband bereit

Behörde. Die Gemeinde Schöpstal möchte Klarheit zum Sitz des Verwaltungsverbandes „Weißer Schöps/Neiße“ haben.

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Von Anja Hecking

Noch vor der Sommerpause will die Gemeinde Schöpstal wissen, wie der Verwaltungsverband weiter arbeiten und wo er künftig seinen Sitz haben wird. Bürgermeister Bernd Kalkbrenner (FDP) fordert deshalb eine erneute Versammlung mit den anderen drei Mitgliedern Kodersdorf, Horka und Neißeaue. Auch der Gemeinderat im Schöpstal ist für klare Verhältnisse. Seit geraumer Zeit weiß der Verband, dass er seinen Sitz in Kodersdorf sanieren oder umziehen muss. An dem Gebäude sei vor zehn Jahren nur das Nötigste gemacht worden. „Da fehlt es an Substanz“, bestätigt Verbandsvorsitzender Ewald Ernst.

Die Gemeinde Schöpstal hat dem Verband Räume im Kunnersdorfer Schloss angeboten. Das Anwesen wird derzeit saniert und könnte in diesem Jahr fertig gestellt werden. Allerdings sind für einen Einzug des gesamten Verbandes weitere Investitionen notwendig, informierte der Bürgermeister. Ins Blaue hinein will die Kommune die Arbeiten jedoch nicht vorantreiben, sondern zuvor Nägel mit Köpfen machen.

In den anderen Verbandsgemeinden wird das Angebot mit gemischten Gefühlen gesehen. Die Mehrheit des Gemeinderates in Kodersdorf könne sich Kunnersdorf als neuen Sitz vorstellen, erklärt Ewald Ernst. Das hänge jedoch davon ab, ob das Kunnersdorfer Schloss auch die günstigste finanzielle Lösung bietet. „Die Frage, was sich der Verband generell leisten kann, steht im Raum.“

Schöpstal zahlt hohe Umlagen

Die Gemeinde Schöpstal arbeitet dem Verband deshalb eine Zusammenstellung der Kosten für das Kunnersdorfer Schloss zu. Während sich die Gemeinde Neißeaue nach Einschätzung des Verbandsvorsitzenden eher zurückhaltend zu dem Thema verhält, käme aus Horka eine klare Absage. Die Bürger hätten künftig den weitesten Weg zur Baubehörde, dem Standes- oder Einwohnermeldeamt.

Auf halber Strecke zwischen Kodersdorf und Horka liegt hingegen die Schule in Mückenhain. Eine weitere Alternative zum Umbau in Kodersdorf, der allein durch den nötigen Leerzug des Gebäudes weitere Kosten verursachen würde, ist eine Aufsplittung der Ämter auf die einzelnen Gemeinden.„Außerdem ist das Schöpstal der größte Umlagenzahler im Verband“, sagt Bürgermeister Bernd Kalkbrenner und pocht auf die Stimme seiner Gemeinde. Diese fühle sich nicht als Klotz am Bein des Verbandes. Im Gegenteil, viele Leistungen waren im Schöpstal bereits bei der Verbandsgründung vor knapp zehn Jahren an Dritte vergeben worden. Der Verband habe die allgemeinen Verwaltungsaufgaben zu erfüllen.

„Was er für andere Kommunen an zusätzlichen Leistungen erbringt, muss entsprechend allen offen gelegt werden.“ Deshalb fordert die Gemeinde Schöpstal seit acht Jahren die Erstellung eines Leistungsverzeichnisses des Verbandes durch ein externes Unternehmen. Das wird jetzt von einem Ingenieurbüro ausgeführt, bestätigt Ewald Ernst. Der Verbandschef hat die Forderung aus dem Schöpstal nach einem Beratungstermin noch vor der Sommerpause mitgenommen. Er hält darüber hinaus eine gemeinsame Diskussion aller Abgeordneten für sinnvoll.