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Gemeinde kauft Fläche an der Kita in Medingen

Das Grundstück neben der Kita hat die Verwaltung schon lange ins Auge gefasst. Dort könnten einmal Parkplätze entstehen.

Von Marleen Hollenbach

Wenn sich eine Chance bietet, dann muss man manchmal auch einfach zugreifen. Dieser Maxime ist jetzt auch die Gemeinde Ottendorf-Okrilla gefolgt. Schon seit ein paar Jahren hat die Gemeindeverwaltung das Grundstück an der Schulstraße neben der Kindertagesstätte in Medingen ins Auge gefasst. Bisher befand sich diese Fläche in Privatbesitz. Ein Verkauf schien ausgeschlossen. Doch genau das hat sich jetzt geändert. Die Besitzerin möchte die Fläche loswerden und hat deshalb der Gemeinde ein unschlagbares Angebot gemacht. Für 75 000 Euro soll das Grundstück den Besitzer wechseln. Wirklich teuer ist das nicht. Dennoch gibt es ein Problem. Eigentlich hatte die Gemeinde in diesem Jahr gar nicht mit dem Kauf des Grundstücks gerechnet und deshalb auch das Geld im Haushalt nicht zurückgelegt. „Wir haben uns mit dem Eigentümer zusammengesetzt und eine Lösung für dieses Problem gefunden. Die Gemeinde wird in zwei Raten zahlen. Die erste Hälfte des Kaufpreises können wir noch in diesem Jahr zahlen. Der Rest wird dann 2015 fällig“, erklärt Ottendorfs Kämmerin Manuela Bräunig. Rund 30 000 Euro waren im Haushaltsplan für eventuelle Grundstückskäufe vorgesehen. Das kann man jetzt als Anzahlung für die Fläche nahe der Medinger Kindertagesstätte nutzen.

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Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Gemeinderats für den Kauf dieses Grundstücks aus. Medings Ortsvorsteher René Edelmann (Linke) begrüßt diese Entscheidung sehr. „Der Ortschaftsrat hatte sich immer darum bemüht. Deshalb ist es schön, dass die Gemeinde jetzt die Chance ergriffen hat“, sagt er. Die Fläche soll der Kindertagesstätte in Medingen nützen. Hier könnten beispielsweise weitere Parkplätze für die Eltern entstehen. Denkbar wäre aber auch, dass die Spielfläche der Einrichtung erweitert wird, da das Grundstück auch baulich nutzbar ist.

Mit dem Kauf des Grundstücks in Medingen ändert sich an den Erweiterungsplänen am Ottendorfer Waldkindergarten aber nichts. Noch vor ein paar Wochen hatte Bauamtsleiter Andreas Jäpel den Standort in Medingen für einen Anbau ausgeschlossen, da eben jene Fläche nicht im Besitz der Gemeindeverwaltung war. Das ist jetzt anders. Und doch hält die Gemeinde Ottendorf-Okrilla am Standort Waldkindergarten fest. Hier sollen schon bald 30 zusätzliche Krippenplätze entstehen. Rund 700 000 Euro hat die Gemeinde Ottendorf-Okrilla für den Anbau im laufenden Haushaltsjahr bereitgestellt. Die Fördermittel sind beantragt. Schon bald rechnet man mit der Zusage. Auch mit der Kita-Leitung konnte die Gemeindeverwaltung bereits Rücksprache halten. „Von dort haben wir ebenfalls gehört, dass der Anbau machbar wäre“, so Ottendorfs Bürgermeister Michael Langwald (parteilos). Jetzt wartet man darauf, dass auch der Landkreis diesem Projekt zustimmt. Dann könnten die Bauarbeiten zügig starten. Die Planleistungen hat man in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates schon vergeben. Schon bald können die Bagger rollen.

Und die Zeit drängt. Damit die Gemeinde Ottendorf-Okrilla keine Anträge auf Betreuung ablehnen muss, ist sie jetzt zum Handeln verdammt. „Es ist die Aufgabe der Gemeinde, dafür zu sorgen, dass genügend Plätze zur Verfügung stehen“, erklärt Ottendorfs Kämmerin Manuela Bräunig. Vor dieser Aufgabe möchte sich die Verwaltung auch nicht drücken. Doch nicht alle sind von der Anbau-Idee begeistert. Einige Eltern machen sich auch Sorgen. Sie befürchten, dass der Waldkindergarten mit dem Anbau eine Größe erreicht, die nicht mehr tragbar ist. Die Gemeindeverwaltung hält dagegen. Der Mehraufwand sei auf jeden Fall machbar, heißt es von dort.