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Gemeinde will Verkehr um Fasanerie neu ordnen

In dem Gebiet treffen viele Interessen aufeinander. Private und öffentliche. Bisher plante jeder für sich. Das soll sich nun ändern.

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© Norbert Millauer

Von Sven Görner

ziergänger machen beiden genervt Platz. Und zwischen allen hindurch schlängeln sich Fahrradfahrer. Ein Bild, das in der Fasanerie fast täglich zu beobachten ist. Vor allem aber an Wochenenden mit schönem Wetter, wenn es Moritzburger, Dresdner und andere Umlandbewohner in Scharen zu diesem besonders schönen Fleckchen der Moritzburger Kulturlandschaft zieht. Dazu kommen die Touristen.

In der jüngsten Sitzung des Moritzburger Gemeinderates wurde darum jetzt der Beschluss gefasst, die Erarbeitung einer Konzeption zur Verkehrserschließung des Gebiets zwischen Schwanenteich, Leuchtturm, Wildgehege und Schwanenteich in Auftrag zu geben. Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) ist es dabei gelungen, zwei wichtige Akteure in diesem Bereich mit ins Boot zu holen. Die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) und den Staatsbetrieb Sachsenforst. Alle drei übernehmen die Kosten für die Konzeption in Höhe von gut 10 000 Euro zu gleichen Teilen und arbeitet in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit, in die jeder Partner zwei Mitglieder entsendet. Für die Gemeinde wird das neben dem Bürgermeister der eherenamtlich örtliche Wegewart Wolf-Rüdiger Meyer sein.

Denn nicht nur das einzigartige historische Ensemble mit Leuchtturm und Minischloss zieht Gäste an. Auch das benachbarte Wildgehege des Sachsenforst ist ein Besuchermagnet. Dessen Parkplatz reicht oft nicht aus. Gefährliche Staus auf der Zufahrtsstraße und wildes Parken auf Waldwegen sorgen für weitere Probleme.

Diese sind in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Was nicht verwundert. Denn in den zurückliegenden 25 Jahren hat sich in dem Areal viel verändert. Das Fasanenschlösschen wurde komplett saniert und neu eingerichtet. Auch der Leuchtturm erstrahlt in alter Schönheit. Das einstige Hofküchengebäude, das zuletzt der Forst nutzte, wurde zu einem modernen Besucherzentrum für das Schlösschen umgebaut. Einschließlich Ausstellungs- und Veranstaltungsraum und kleiner Gastronomie. Dem Verfall entrissen und zu einem echten Kleinod herausgeputzt, ist das Marcolinihaus ein beliebter Einkehrort geworden. Und auch im benachbarten Wildgehege hat sich viel verändert, wurden neue Angebote geschaffen. Nicht zu vergessen die Pferdegespanne, die sich ihren angestammten Platz in Moritzburg zurückerobert haben und natürlich die Fasanerie fest in ihre Touren eingebunden haben.

Eine an sich erfreuliche Entwicklung, wäre bei all dem Positiven nicht eines auf der Strecke geblieben – die verkehrstechnische Erschließung des Gebietes. Einzige Zufahrt ist die Große Fasanenstraße. Obwohl Kutschen, Radfahrer und Fußgänger teilweise verschiedene Waldwege nutzen – was auch für Konflikte sorgt – ist sie ein absolutes Nadelöhr. Obendrein ist sie den seit Jahren vorhandenen Entwicklungskonzepten des SBG für das Gebiet im Wege.

Doch auch Vorhaben von privaten Grundstückseigentümern in diesem Areal werden wegen der mangelnden Verkehrsinfrastruktur ausgebremst. Lösen lässt sich das Problem allerdings nur, wenn nicht jeder für sich plant, sondern die Vorhaben koordiniert werden. Denn aufgrund der komplizierten Grundstücksituation gibt es eigentlich für keine der betroffenen Seiten praktikable Separatlösungen. Das gilt auch für die Finanzierung.

Die in Auftrag gegebene Konzeption könnte daher ein erster wichtiger Schritt sein. Zunächst sollen jetzt erst einmal alle vorhandenen Konzepte zusammengeführt und die derzeitigen Wegenutzungen erfasst und analysiert werden. In einem nächsten Schritt sollen dann mögliche Alternativen aufgezeigt werden. „Ohne Kompromisse wird das nicht gehen“, sagt der Bürgermeister.

Die Interessen der privaten Anlieger werde dabei die Gemeinde vertreten. Und der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, der bei Baufragen in diesem Bereich der eigentliche Ansprechpartner ist, könnte nach Jörg Hänischs Meinung möglicherweise mit einem der beiden SBG-Sitze in die Arbeit der Arbeitsgruppe eingebunden werden.