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Niesky

Gemeinsame Musikstunde an der Neiße

Der Blasmusikverein und die Heidespatzen aus Niesky laden zu einer Liederreise am Rothenburger Neißehafen ein. Aus einem guten Grund.

Zum 750. Geburtstag der Stadt Rothenburg 2018 konnten sich die Besucher über Lieder unter dem Motto „Sang und Klang am Neißehafen“ freuen. Diesmalgehen zwei auf Reisen
Zum 750. Geburtstag der Stadt Rothenburg 2018 konnten sich die Besucher über Lieder unter dem Motto „Sang und Klang am Neißehafen“ freuen. Diesmalgehen zwei auf Reisen © Rolf Ullmann

Was passiert, wenn etwa 40 musikbegeisterte Damen und Herren andere an ihrer Leidenschaft teilhaben lassen wollen? Im günstigsten Fall laden sie zu einer Veranstaltung ein. Die findet am Sonntag, ab 15 Uhr, auf der Naturbühne am Rothenburger Neißehafen statt. 25 Sänger der Nieskyer Heidespatzen und 15 Mitglieder des Blasmusikvereins Niesky musizieren dann unter dem Motto „Es wollen zwei auf Reisen gehn“. 

Nicht etwa, dass sie sich gleich wieder verabschieden, die Koffer packen und tatsächlich die Welt erkunden. „Wir haben diesen Slogan gewählt, weil beide Ensembles in diesem Jahr einen runden Geburtstag haben“, erklärt Egbert Stephan, das Urgestein der Heidespatzen. Die Sänger feiern das 40-jährige Bestehen, die Musiker schon das 70-jährige. „Das hat uns auf die Idee gebracht, gemeinsam das Reisen zu beleuchten und dem Publikum dabei wunderbare Melodien anzubieten.“

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Schon im vergangenen Jahr, zum 750. Geburtstag der Stadt Rothenburg, war die Veranstaltung am Neißehafen ein riesiger Erfolg. Bis zu 700 Gäste wollten sich das Konzert, nur ein paar Meter von dem an dieser Stelle über ein Wehr dahinzischenden Grenzfluss entfernt, nicht entgehen lassen. „Das werden wir in dieser Form wahrscheinlich nicht wieder erleben. Aber wir wollen eine Tradition daraus machen“, hofft Andreas Reich, der künstlerische Leiter der Heidespatzen, auf eine erfolgreiche Zukunft. 

Nach einem Probelauf im Jahr 2006 und danach zwei weiteren Auftritten am Neißehafen gibt es in diesem Jahr die vierte Fortsetzung. Das Gute daran: Auch Regen kann dem fröhlichen Musizieren nichts anhaben. Denn als Schlechtwettervariante werden die Besucher ins Bootshaus der Firma Neiße-Tours eingeladen. Deren Chef Tino Kittner musste in den vergangenen Tagen bereits aufgeregte Frager besänftigen. Ja, so seine Auskunft, die Laienkünstler werden auf jeden Fall auftreten.

Wer, wie die beiden Vereine, auf Reisen gehen will, hat danach im Normalfall eine Menge zu erzählen. Oder zu singen und zu spielen. „Wir beginnen mit einer tschechischen Polka, wechseln dann zum Rennsteiglied aus Thüringen, streifen Böhmen, die Nordsee und machen einen Abstecher auf die Reeperbahn“, beschreibt Egbert Stephan den musikalischen Reiseweg. Später besingen sie den italienischen Chiantiwein, bringen ein russisches Volkslied in Originalsprache zu Gehör und wechseln danach zu einem polnischen Liebeslied. „Das mit dem ursprünglichen Text einzustudieren, war nicht ganz leicht. Das hat uns sicherlich manches graue Haar beschert“, schmunzelt Andreas Reich.

Anschließend geht es für die Mitglieder der „Reisegruppe“ am Neißehafen nach Tirol, wo zwei Lieder aus der Operette „Der Vogelhändler“ auf das Publikum warten. Aber warum in die Ferne schweifen, wo doch die Heimat auch ihre schönen Seiten hat. Das finden zumindest die drei Solo-Interpreten Manfred Kuniß, Martin Pätzold und Roland Brendler, die in den vergangenen Wochen viel Zeit investiert haben, alle Lieder möglichst perfekt einzustudieren. 

Deshalb gibt es zum Abschluss des Konzerts mit Nieskyer Heidespatzen und Blasmusikverein eine Dreierfolge aus Rothenburglied, Oberlausitzlied und Abendstille. „Insgesamt bringen wir 30 Titel auf die Bühne, etwa die Hälfte davon spielen und singen beide Ensembles gemeinsam“, macht Chefspatz Reich neugierig auf den abwechslungsreichen Liederreigen. Zwei Namen will er dabei nicht vergessen: „Mario Schudeck und Dietmar Schletter, die beiden musikalischen Leiter, hatten in den vergangenen Wochen besonders viel Arbeit. Aber es hat sich gelohnt, das hat schon die gemeinsame Probe im Bürgerhaus gezeigt.“

Die Heidespatzen wollen ihr 40-jähriges Bestehen im Herbst übrigens noch einmal gebührend feiern. Am 29. September stehen die Sänger im Nieskyer Bürgerhaus ab 15 Uhr zusammen mit dem Dorfensemble Bertsdorf auf der Bühne. „Wir wollen zusammen eine musikalische Wanderung durch die vergangenen vier Jahrzehnte unternehmen. Und zeigen, dass die Oberlausitzer Folklore bei uns in guten Händen ist“, so Egbert Stephan, der den Chor über viele Jahre geleitet hat.

Sonntag, 25. August, 15 Uhr, Konzert der Nieskyer Heidespatzen und des Blasmusikvereins Niesky auf der Naturbühne am Neißehafen in Rothenburg. Der Eintritt ist frei.

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www.sächsische.de/niesky

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