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Gemeinsinn macht vieles möglich

Wenn der Herbst die Blätter bunt färbt, dann gestalten die Lomnitzer ihr Oktoberfest. Stars und Sternchen werden hier nicht gebraucht, die eigenen Leute sind gefragt. Und weil das für jeden Lomnitzer klar ist, herrschte am Tag der deutschen Einheit großer Andrang.

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Von Bernd Goldammer

Wenn der Herbst die Blätter bunt färbt, dann gestalten die Lomnitzer ihr Oktoberfest. Stars und Sternchen werden hier nicht gebraucht, die eigenen Leute sind gefragt. Und weil das für jeden Lomnitzer klar ist, herrschte am Tag der deutschen Einheit großer Andrang.

Auch wenn es ständig regnete, ein solches Familienfest will sich keiner entgehen lassen. Das ganze Dorf schien auf den Beinen zu sein. Entweder auf Seiten der Organisatoren oder auf der der Besucher. Dadurch wird das Lomnitzer Erfolgsgeheimnis schnell erlebbar. Die Kindertagesstätte der AWO unter der Leitung von Monika Mai ist schon seit vielen Jahren in die Festvorbereitungen eingebunden. An ihrem Stand geht es um Geschicklichkeitsspiele aller Art. Und wer abrutscht, kann noch mal... Spaß ist das Prinzip, das klappt immer. Auch wenn die Malerei im Freien leider abgesetzt werden musste. Regen wohin das Auge schaut. Doch schon wird es in der Kaffeestube der Grundschule so richtig gemütlich. Schon deshalb, weil hier alles mit großer Liebe vorbereitet ist. Auf den Fensterbrettern liegen frisch geschnittene Blumen. Die Tische sind mit Basteleien der Schüler geschmückt. Es duftet nach Kaffee, hinter dem Tresen warten zahlreiche Torten und Kuchen auf die Schleckermäuler. Schon wenige Minuten später hat sich eine lange Schlange gebildet. Jeder weiß, wenn die Eltern der Grundschüler ihre Torten und Kuchenideen verwirklichen, dann darf man sich die Verkostung nicht entgehen lassen... Der Lomnitzer Ulrich Hillman ist glücklich über die rege Teilnahme: „Auch Regen kann unsere Feierlaune nicht trüben“, freut er sich.

Das Fest gibt es schon viele Jahre. Von Anfang an hat die Feuerwehr die Fest-Regie inne. Da versteht es sich von selbst, dass auch die Jugendfeuerwehr ihren Part übernimmt. Immerhin gelingt es nach wie vor, 16 jugendliche Floriansjünger bei der Stange zu halten. Der 65-jährige Leonhard Korn schafft das mit seinem großem Engagement. Er ist 1952 als Unbeteiligter zu einem Wiesenbrand gekommen, sah wie durch den Einsatz der Feuerwehr damals das Schlimmste verhütet werden konnte. Sein Herz hat von da an „Feuer gefangen“, für das Retten, Löschen und Bergen. Und er brennt noch heute lichterloh für dieses Ehrenamt. Diese Begeisterung überträgt sich auf den Nachwuchs. „Wir trainieren zuweilen bis zu vier Mal monatlich, besonders dann, wenn es zu Wettbewerben geht“, erzählt „Leo“, wie ihn hier alle nennen. Inzwischen sei der Platz im Trophäenschrank schon richtig knapp geworden...

Inzwischen hat der Regen aufgehört. Die Aktivitäten im Freien werden wieder attraktiv. Neben Kegeln und Luftgewehr schießen ist Hoch stapeln ist angesagt: Bierkasten wird auf Bierkasten gestapelt. Und wer am höchsten kommt, auf den warten Preise.

Es wird Abend. Und das Lagerfeuer ist schon aufgebaut, der Schlusspunkt. Alles, was an diesem Tag gelaufen ist, haben Lomnitzer für Lomnitzer organisiert. Ein hoffnungsvolles Zeichen in diesen Tagen. Der Gemeinsinn lebt!