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Gemüse anbauen oder erholen?

über gefährdeten Luxus in Gartensparten

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Kathrin Krüger-Mlaouhia

Schaut man in hiesige Kleingartensparten, ist dort der Zustand längst nicht mehr so naturalistisch, wie noch vor 100 Jahren in Zeitschriften wie der „Gartenlaube“ beschrieben. Heute haben die Gärten fließend Wasser und Elektroanschluss, ein Swimmingpool lädt im Grünen zum Erfrischen ein, das Gartenhaus ist komfortabel ausgestattet. Ein Drittel Gemüseanbau? Nicht bei allen. Viele Vereinsvorstände unternehmen dagegen nichts aus Sorge, nochmehr freie Parzellen als bisher schon hervorzurufen.

Dass dagegen jemand vorgeht, wie jetzt in Rödern, davor fürchten sich viele Kleingärtner. Und sie fürchten sich vor dem 3. Oktober 2015. Dann nämlich endet für Wochenendhäuser auf fremdem Boden, auch für Gartenlauben, der Kündigungsschutz. Die Grundstückseigentümer könnten die Parzelle zurückverlangen – gegen eine Entschädigung der Baulichkeit und der Anpflanzungen nach dem Zeitwert. Deshalb wollen manche Röderner Kleingärtner jetzt lieber selbst kaufen. Wie gut, dass die Gemeinde Ebersbach und auch der Verband der Gartenfreunde als Pachtnehmer an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind. Röderns Lösung könnte also beispielgebend werden.