merken
PLUS

Riesa

Generationen- park statt Jugend-Anlage

Anwohner dürfen bei der Fläche in Merzdorf-Gröba mitentscheiden – sie haben aber andere Vorstellungen als die Stadt.

Stadtentwickler Jörg Morszoeck diskutierte auf einer Bürgerversammlung verschiedene Ideen für den künftigen Generationenpark an der Merzdorfer Straße.
Stadtentwickler Jörg Morszoeck diskutierte auf einer Bürgerversammlung verschiedene Ideen für den künftigen Generationenpark an der Merzdorfer Straße. ©  Sebastian Schultz

Riesa. Die 1,5 Hektar große Fläche zwischen Merzdorfer und Alleestraße nennt Stadtentwickler Jörg Morszoeck „Luxus“. Er schwärmt von dem alten Baumbestand, kündigt einen neuen Fußweg und WLAN an. Zudem soll in einem bislang als Lager genutzten Flachbau eine öffentliche Toilette entstehen. 

Insgesamt etwa 600.000 Euro sollen in das Areal fließen, das Gros davon kommt aus dem Efre-Topf der EU und muss bis spätestens 2021 verbaut sein. „Jugend- und Freizeitfläche“ hieß bislang der Arbeitstitel der Stadt dafür. Doch bei einer Bürger- und Jugendversammlung vor Ort wird schnell klar, dass ein anderes Konzept gewünscht ist.

Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie

Die Apotheke, Drogerie und der Lebensmittelhandel haben in der Elbgalerie weiterhin für Sie geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch.

Etwa 40 Interessierte hatten sich am vergangenen Dienstagnachmittag zum Diskutieren und gemeinsamen Grillen zusammengefunden: Darunter Vertreter der Stadtverwaltung und der Vereine wie Sprungbrett, Outlaw und Hot Wheels, ein paar Jugendliche und Anwohner, vor allem aber auch neu gewählte Stadträte unter anderem von FDP und AfD. 

Sie alle einigten sich recht schnell auf die Idee eines Generationenparks und machten viele Vorschläge zu dessen Gestaltung. Die sollen nun laut Stadtverwaltung von einem externen Büro verarbeitet und im Herbst noch einmal öffentlich vorgestellt werden, bevor es bereits im nächsten Jahr an die Umsetzung geht. 

Klar ist schon jetzt, dass es im neuen Generationenpark drei Bereiche geben wird: einen Skaterpark, eine Ruhezone sowie eine Spiel- und Chillecke.

Mittendrin war Oberbürgermeister Marco Müller, der für die Teilnehmer Käse und Bratwürste grillte.
Mittendrin war Oberbürgermeister Marco Müller, der für die Teilnehmer Käse und Bratwürste grillte. ©  Sebastian Schultz

Skatertreff für die ganze Stadt

Federführend bei der Ideenfindung ist zwar der Verein Hot Wheels, der bislang eine ehemalige Schulsporthalle in Riesa-Weida fürs Skaten nutzt. Grundsätzlich ist die neue Anlage, die direkt hinter dem Qualifizierungszentrum entstehen soll, aber für alle Interessierten der Stadt gedacht, heißt es. 

Geplant sind diverse Beton-Elemente wie Treppen, „Curbs“ oder „Rails“, die nach den Vorstellungen auf der Versammlung in die Natur integriert werden, um nicht die gesamte Fläche versiegeln zu müssen. Gewünscht wurden außerdem – wie auch für die anderen Bereiche – Laternen, Mülleimer, Fahrradständer und diverse Sitzelemente. 

Zudem plant die Stadt Graffiti-Wände, um die Anwohner vor Lärm zu schützen und Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben, Streetart legal auszuleben.

Ruhezone mit Bänken und Grillecke

Der alte Baumbestand soll für eine Art Park genutzt werden, da sind sich Rathaus und Anwohner einig. Auf der Bürgerversammlung sprachen sich die Teilnehmer außerdem für rollatorgerechte Fußwege, einen Unterstand für Regenzeiten sowie Tischtennisplatten aus. Auch eine Grillecke und eine Tennissanlage stehen auf der Wunschliste. Letzterem erklärte die Stadt jedoch von vornherein eine Absage.

Spiel- und Chillecke für die Jüngeren

Für den dritten Bereich des Generationenparks gibt es die meisten Ideen. Vorstellbar sind unter anderem ein Beachvolleyballfeld und Strandkörbe, Hängematten und bodennahe Trampoline, Tipis oder abgeschirmte Sitzecken in verschiedenen Größen und Höhen.

 Auch eine Art Niedrigseilgarten und ein Grünes Klassenzimmer sind im Gespräch, die vom Qualifizierungszentrum und der Schule nebenan mit genutzt werden könnten. Beerensträucher oder Spalierobst sind dafür im Gespräch.

Wer in welchem Rahmen letztlich die Verantwortung im Generationenpark übernimmt und wie hoch die Pflegekosten sind, dazu gab es vorerst allerdings noch keine konkreten Antworten.