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Generationswechsel bei Spreetextil

Seit 1991 führt Josef Haase das Textilunternehmen Spreetex an der Bautzener Straße 56 in Neusalza-Spremberg. Nun übergibt er das Leitungszepter an seinen Sohn Winfried Haase. Schritt für Schritt will er sich aus dem Arbeitsleben verabschieden.

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Von Madeleine Friedrich

Seit 1991 führt Josef Haase das Textilunternehmen Spreetex an der Bautzener Straße 56 in Neusalza-Spremberg. Nun übergibt er das Leitungszepter an seinen Sohn Winfried Haase. Schritt für Schritt will er sich aus dem Arbeitsleben verabschieden. „Ich bin seit Beginn meiner Lehre 1963 in den ehemaligen Lautex-Räumen tätig. Die Firma ist wie eine zweite Heimat für mich“, sagt der in Oppach lebende Josef Haase.

Einfach ist es nicht, in der ehemaligen Textilhochburg Oberlausitz als Heimtextilienproduzent zu bestehen. „So wie das Jahr aber bisher gelaufen ist, sind wir zufrieden“, sagt Winfried Haase, der neue Chef.

Tischdecke nach Maß möglich

Seine Firma mit zehn Mitarbeitern handelt mit Stoffen und verarbeitet sie zu Handtüchern, Bett- und Tischwäsche. „Was Großaufträge angeht, da liefern wir an Pflegeeinrichtungen, Kitas oder Hotels“, so Winfried Haase. Schwerpunkt der Firma ist die individuelle Fertigung: „Zu uns kann der Kunde mit einer Schablone und eigenen Maßen kommen und wir fertigen Bettwäsche oder Tischdecken nach seinen Vorstellungen an“, erklärt er.

Als Josef Haase nach der Wende Spreetex mit zwei Mitarbeitern von Lautex gegründet hat, ging es ihm nicht wirklich darum, reich zu werden. „Textilien sind meine Leidenschaft und ich wollte unbedingt etwas von der umfangreichen Textilindustrie der Lausitz am Leben erhalten“, sagt der 66-Jährige. Auch Arbeitsplätze wollte er mit seinem Engagement sichern.

Mit dem neuen Geschäftsführer Winfried Haase werden vorerst nicht zu viele Änderungen im Haus eingeführt. Nach seinen Vorstellungen wird aber künftig mehr Elan in die Werbung gesteckt. Eine überarbeitete Homepage ist schon im Netz. Bald wird darauf auch ein Web-Shop eingerichtet, in dem die Kunden über das Internet Textilwaren bestellen können.

Der neue Chef kommt ursprünglich nicht aus dem Textil-, sondern aus dem Bankenbereich. „Ich war sehr zufrieden mit meiner vorherigen Anstellung bei der Volksbank“, erklärt Winfried Haase. An der Firmenübernahme hat ihn aber gereizt, dass so das Unternehmen in der Familie weitergeführt wird und dass er unabhängig arbeiten kann. „Es war also ganz und gar nicht so, dass mich mein Vater zur Übernahme überreden musste.“

Mehr Freizeit für den Ex-Chef

Langweilig wird es Senior Haase in seiner Pensionärszeit nicht. Als Vorsitzender des Fußballklubs FSV Oppach und Sänger im katholischen Kirchenchor Oppach sowie bei den Spreesängern von Neusalza-Spremberg hat er genug Termine. „Solange mein Sohn nach meinem Rat fragt, unterstütze ich ihn aber.“