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Genossenschaft baut neuen Wohnblock in Striesen

An der Haydnstraße entstehen 58 Wohnungen. Es ist der Auftakt für ein ambitioniertes Bauprogramm.

Von Tobias Wolf

Maschinenlärm dröhnt durch die Haydnstraße. Ein Mobilkran lädt riesige Betonteile in der Baugrube an der Kreuzung Krenkelstraße ab. Es sind die Außenwände der Tiefgarage. Die gehört zum Neubau der Wohnungsgenossenschaft Johannstadt (WGJ). 58 Wohnungen entstehen auf dem Areal im Striesener Westen. „Mitte 2015 können hier die ersten Mieter einziehen“, sagte WGJ-Vorstand Alrik Mutze gestern bei der Grundsteinlegung. 8,5 Millionen Euro investiert die Genossenschaft in das Gelände eines früheren Garagenhofes an der Haydnstraße.

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Vor allem kleinere Wohnungen für Senioren, aber auch einige mit drei- und vier-Zimmern für Familien entstehen dort. Das neue Gebäude soll gleichzeitig eine Art Kunstwerk werden. In die Balkonbrüstungen werden Darstellungen von Notenbildern und andere gestalterische Elemente zum Thema klassische Musik und Haydn eingearbeitet. Zwischen 8,50 und 9,50 Euro Miete kosten die modernen Wohnungen pro Quadratmeter. Aus Sicht der Genossenschaft ist der Neubau dringend nötig, so Mutze. Denn die Johannstädter haben kaum noch freie Wohnungen im Angebot. „Im Mai hatten wir eine historisch tiefe Leerstandsquote in unserem Bestand von unter 0,5 Prozent“, sagt Mutze. „Das sind gerade einmal 37 von 7 600 Wohnungen.“ Für die Genossenschaft ist das eine überaus positive Entwicklung seit dem Jahr 2000. Damals lag die Quote mit acht Prozent fast 20-mal so hoch. Die Kehrseite der Medaille: Für bisherige Mieter wird es immer schwieriger, schnell eine neue Wohnung innerhalb der Genossenschaft zu bekommen. Das funktioniere nur über langfristige Voranmeldungen, sagt Mutze.

Weitere Neubauten geplant

Hintergrund dieser Entwicklung ist der boomende Dresdner Immobilienmarkt. Wurden bis vor Kurzem noch ganze Wohngebiete abgerissen, wird nun immer mehr neu gebaut. Weil der Wohnraum in beliebten Stadtteilen wie Striesen, Blasewitz und Gruna immer knapper wird, hat die WGJ nicht nur einen Wohnblock geplant, sondern startet gleich ein ganzes Bauprogramm mit Hunderten neuen Wohnungen. So wird ab dem kommenden Jahr für ebenfalls rund 8,5 Millionen Euro ein Neubau mit 43 großen Wohnungen für Familien am Großen Garten entstehen. Ende des Jahres sollen die Bagger auf der Tiergartenstraße anrollen, um die Grube für die Tiefgarage auszuheben.

Zusätzlich zu den Neubauten sollen ältere Häuser aus den 1950er- und 1960er-Jahren um mehrere Etagen aufgestockt werden. Als Pilotprojekt wird ein Wohnblock mit vier Eingängen an der Blasewitzer Straße ab dem Frühjahr 2015 umgebaut. Kostenpunkt: rund 2,5 Millionen Euro. 22 Wohnungen entstehen dabei neu. Geht das Konzept auf, sollen in der Nachbarschaft drei weitere Blöcke umgebaut werden. Bleiben die Entwicklung des Immobilienmarkts stabil und die Zinsen niedrig, will die Genossenschaft ihr Bauprogramm über die bisherigen Planungen hinaus ausweiten, weil beispielsweise in Striesen noch unbebaute Flächen zur Verfügung stehen, so Vorstand Mutze.

Mit der Grundsteinlegung an der Haydnstraße ist nun der Startschuss für das Programm gefallen. Das sechsgeschossige Gebäude soll sehr energieeffizient gebaut werden, unter anderem mit einer Wohnraumlüftung, die es erlaubt, die Fenster geschlossen zu halten. Außerdem soll vor allem das Erdgeschoss weitgehend behindertenfreundlich gestaltet werden.