SZ +
Merken

Genossenschaft startet neues Wohnungsbauprogramm

Ab dem Sommer sollen in Striesen, Johannstadt und am Großen Garten Hunderte neue Wohnungen entstehen.

Teilen
Folgen
© Visualisierung: Rohdecan

Von Tobias Wolf

Dresdens Immobilienmarkt ist ein lohnendes Pflaster für Investitionen geworden. Denn seit einigen Jahren wächst die Bevölkerung wieder und damit der Bedarf nach mehr Wohnraum. Auch der Abriss ganzer Stadtteile mit rund 3 000 Gagfah-Wohnungen in den vergangenen Jahren hat zur neuen Knappheit im innerstädtischen Bereich beigetragen. Deshalb legt die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt (WGJ) jetzt ein neues Bauprogramm auf. In den kommenden Jahren sollen in Striesen, Johannstadt und Strehlen Hunderte neue Wohnungen entstehen.

Vorstand Alrik Mutze zufolge will die Genossenschaft in den kommenden Jahren für über 20 Millionen Euro neue Wohnungen bauen.
Vorstand Alrik Mutze zufolge will die Genossenschaft in den kommenden Jahren für über 20 Millionen Euro neue Wohnungen bauen. © Tobias Wolf

An der Kreuzung Krenkel-/Haydnstraße beginnt im Frühling der Bau eines neuen Wohnblocks mit 58 Wohnungen. Im Mai 2015 können die ersten Mieter einziehen. „Dort bauen wir vor allem kleinere Wohnungen für Senioren, aber auch einige Drei- und Vierzimmer-Wohnungen für Familien“, sagt WGJ-Vorstand Alrik Mutze. Außerdem soll das neue Gebäude eine Art Kunstwerk werden. Denn in die Balkonbrüstungen werden Darstellungen von Notenbildern und andere gestalterische Elemente zum Thema Klassische Musik und Haydn eingearbeitet. Zwischen 8,50 und 9,50 Euro Miete werden dafür pro Quadratmeter fällig. Rund acht Millionen Euro will die Genossenschaft auf dem Gelände eines früheren Garagenhofes investieren.

In ähnlicher Größe wie das Gebäude an der Haydnstraße, plant die WGJ einen Neubau mit 43 Wohnungen am Großen Garten. Ende des Jahres sollen die Bagger auf der Tiergartenstraße anrollen, um die Grube für die Tiefgarage auszuheben. Vor allem Familien will die Genossenschaft in den Block mit vielen Vierzimmer-Wohnungen und Blick auf den Carolasee locken. Die Infrastruktur in der Umgebung scheint dafür ideal. Busse und Straßenbahnen fahren vor der Haustür. Der Große Garten und der Dresdner Zoo locken in der Freizeit. Rund 8,5 Millionen Euro will die WGJ deshalb an der Tiergartenstraße investieren. Die Mietpreise liegen dann um die neun Euro pro Quadratmeter.

Doch nicht nur komplette Neubauten stehen auf dem Programm. Als erste Wohnungsgenossenschaft in Dresden beginnt die WGJ damit, ältere Häuser aus den 1950er- und 1960er-Jahren um mehrere Etagen aufzustocken. Als Pilotprojekt soll ein Wohnblock mit vier Eingängen an der Blasewitzer Straße ab dem Frühjahr 2015 umgebaut werden. Das kostet rund 2,5 Millionen Euro. „Wir bauen das bestehende Satteldach ab und setzen stattdessen zwei neue Stockwerke mit Flachdach auf das Gebäude“, sagt WGJ-Vorstand Mutze. „Zusätzlich wird im Treppenhaus ein Aufzug installiert.“ 22 Wohnungen entstehen dabei neu. Geht das Konzept auf, sollen in der Nachbarschaft drei weitere Blöcke umgebaut werden.

In den kommenden Jahren könnten noch mehr folgen. Mutze zufolge aber nur solche, deren Bausubstanz dies zulasse. Bleibe die Entwicklung auf dem Dresdner Immobilienmarkt stabil und die Zinsen niedrig, will die Johannstädter Genossenschaft ihr Wohnungsbauprogramm über die bisherigen Planungen hinaus ausweiten. „In Striesen haben wir noch unbebaute Flächen, die zur Verfügung stehen“, sagt Vorstand Mutze.

Für die WGJ ist sind die Neubauten auch deshalb wichtig, weil sie kaum noch genügend Wohnungen für Neumitglieder anbieten kann. Nur 0,75 Prozent des Wohnungsbestandes steht leer – ein historischer Tiefstand. Das reicht gerade mal aus, um Bestandsmietern bei Renovierungen oder Veränderungswünschen eine andere Wohnung anbieten zu können.