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„Geordnetes Chaos“, das staunen lässt

Knappenrode. Eineinteressante Schau istjetzt im Bergbaumuseum des Ortes zu sehen.

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Von Angelika Erler

Knappenrode. Gemeinhin gehört ein rußgeschwärzter Fabrikkessel eher zu den ungewöhnlichen Ausstellungsorten. Trotzdem oder gerade deshalb entschieden sich die Absolventen des Kunst-Leistungskurses am Hoyerswerdaer Foucault-Gymnasium für das einstige Motorenlager im Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode. „Geordnetes Chaos“ betitelten sie ihre Abschlusspräsentation. In einem Spannungsfeld zwischen kräftiger Farbigkeit und poesievollen Grafiken demonstrieren die 18- bis 19-Jährigen beeindruckende künstlerische Ausdruckskraft und Reife. Fotos mit im Alltag unbeachteten Details alter Häuser, ganze Reihen dokumentierten Stadtrückbaus, sich wandelnde Gesichter, berührende Einsamkeit und zarte Zweisamkeit wechseln mit Landschaftsgrafiken von einer Ostsee-Exkursion. Aktionskunst-Entwürfe geben Auskunft über Befürchtungen und Skepsis gegenüber der Allmacht der Medienwelt. Das Experimentieren mit Techniken bis zum Gestalten des eigenen Körpers als Kunstwerk, Holz-Skulpturen, Specksteinfiguren und phantasievolle Collagen gehören gleichfalls dazu. Verstärkt werden die Kunstwerke durch den eigenwilligen Charme des Raumes, hängend zwischen Eisenträgern, an staubigen Wänden, stehend in dunklen Nischen machen die Werke der jungen Künstler den Raum selbst zum Kunstwerk.

Die Schau ist noch bis 11. September im Bergbaumuseum Knappenrode zu sehen.