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Geplante Schule erschreckt Anwohner

An der Weststraße in Coswig wurde der Flächennutzungsplan geändert. Im Bauamt wird auf 15 Jahre vorausgeplant.

Das Schulzentrum West in Coswig. Hier sind die Evangelische Grund- und Oberschule. Die Oberschule möchte sich künftig in der Siedlung an der Weststraße erweitern.
Das Schulzentrum West in Coswig. Hier sind die Evangelische Grund- und Oberschule. Die Oberschule möchte sich künftig in der Siedlung an der Weststraße erweitern. © Arvid Müller

Coswig. Wenn kein Zug vorbeigeschossen kommt, ist es hier oben absolut idyllisch. Einfamilienhaus, gepflegter Garten drumherum, reiht sich ans nächste Einfamilienhaus am Ende der Coswiger Forststraße, Ecke Weststraße. Doch in die Idylle ist in den letzten Wochen gehörig Unruhe gekommen.

Im Rathaus lag bis Mitte Juli ein großer Plan mit Erläuterungen aus. Die Überschrift über den Plänen: Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplanes der Stadt Coswig. Am 27. Mai hat der Stadtrat beschlossen, dass der Plan ausgelegt wird. Was bedeutet, dass das in den Papieren Gezeichnete und Formulierte die neuen Ziele zur Nutzung bestimmter Flächen sind.

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Für das Ende der Weststraße im Norden steht dort „Gemeinbedarfsfläche, Coswig, Weststraße GB3 Schule“. Die GB3 - steht für Gemeinbedarfsfläche - soll der Erweiterung der Evangelischen Schule Coswig dienen. Die Schule befindet sich ebenfalls in der Weststraße, etwa 180 Meter weiter die Straße abwärts, heißt es im Plan. Und weiter: Hier ist die Ansiedlung des beruflichen Gymnasiums der Evangelischen Schule Coswig vorgesehen.

Dort, wo die Schule hinsoll, sind bisher Gärten gewesen. Die wurden vom Eigentümer der Fläche gekündigt. Der Besitzer lebe im Westen Deutschlands, erzählen die Nachbarn. Mindestens zehn Familien, so Angelika und Andreas Neumann, die gleich gegenüber ihr Haus haben, hätten Widerspruch zum ausgelegten Flächennutzungsplan schriftlich eingereicht.

„Hier ist es wirklich idyllisch“

Die Neumanns: „Hier ist es wirklich idyllisch. Abgesehen vom Zug, absolut ruhig. Und das soll jetzt vorbei sein.“ Angelika Neumann erzählt von Zauneidechsen und einem Biotop auf dem inzwischen verwilderten Gelände. Von anderen hätten sie gehört, dass auf dem Gelände mal eine Mülldeponie gewesen sei. Der Lockwitzbach gluckert am Hangende des Grundstücks, welches für den Schulbau vorgesehen ist. „Uns wurde untersagt, hier weitere Bauten zu erreichten. Und das soll gehen?“, fragen die Neumanns.

Der fürs Bauen zuständige Fachbereichsleiter im Coswiger Rathaus ist Wolfgang Weimann. Er dämpft erst mal die Aufregung. Bestätigt allerdings auch, dass es eine ganze Anzahl von Einwänden zu dem Thema gibt. Generell sagt Weimann, dass es ja im Coswiger Schulnetzplan Entwicklungsmöglichkeiten für die nächsten 15 Jahre geben muss. Und diese als mögliches Ziel weist eben der weiterentwickelte Flächennutzungsplan aus.

Das Grundstück am Ende der Weststraße ist im fortgeschriebenen Flächennutzungsplan als neuer Schulstandort eingeschrieben.
Das Grundstück am Ende der Weststraße ist im fortgeschriebenen Flächennutzungsplan als neuer Schulstandort eingeschrieben. © Arvid Müller

Der evangelische Schulverein sei an die Stadt mit künftigen Erweiterungsplänen herangetreten. Deshalb habe man diese Fläche in den Plan aufgenommen. Allerdings nicht das gesamte Grundstück, welches ursprünglich von Gärten belegt war, sondern nur zwei Drittel. Weimann: „Der Bereich am Lockwitzbach wurde herausgerechnet, weil dieser Anteil renaturiert werden soll, sodass noch 2.100 Quadratmeter bleiben.“

Der Flächennutzungsplan für diesen Bereich formuliere lediglich ein Ziel. Auf dessen Grundlage müsste, wenn das so von der Evangelischen Schule gewollt sei, ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Damit sei nicht so schnell zu rechnen.

Seitens der Evangelischen Grund- und Oberschule sagt deren Geschäftsführerin Annett Schenke, dass die Pläne noch vollkommen in den Kinderschuhen stecken. Man habe mit der Stadt geredet und nach Möglichkeiten gesucht. Späteres Ziel sei es nicht, dort ein berufliches Gymnasium zu errichten. Vielmehr wolle man die Oberschule erweitern. Eine Zweizügigkeit sei künftig für die Oberschule geplant - also zwei Klassen je Klassenstufe.

Erweiterung in der Nähe

Da Evangelische Grundschule und die dazugehörige Oberschule nur wenig entfernt liegen, wäre es sinnvoll, eine Erweiterung in nicht zu großem Abstand zu planen, so Annett Schenke. Aber bislang seien weder finanzielle Rechnungen aufgestellt worden, noch gibt es Pläne mit Architekten für den Erweiterungsort.

Bei Wolfgang Weimann im Fachbereich Bauen werden die Einwände in den nächsten Wochen ausgewertet.

www.coswig.de

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