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Quälte er seine Stieftöchter?

Ein Freitaler soll die Kinder seiner Lebensgefährtin gepeinigt haben. Ein Glaubwürdigkeitsgutachten liegt vor. Der Prozess ist aber noch lange nicht zu Ende.

© SZ

Von Anne Schicht

Schon vor einem Jahr stand Enrico H. vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde. Da fand die erste Hauptverhandlung in der Sache statt. Dem 34-Jährigen werden abscheuliche Straftaten vorgeworfen. Er soll die drei Töchter seiner Lebensgefährtin zwischen Oktober 2016 und Juni 2017 schwer misshandelt, gequält und gedemütigt haben. Die damals acht, zehn und elf Jahre alten Mädchen sollen von ihm gezwungen worden sein, Speisen zu essen, die sie nicht wollten und dann erbrachen. Dann soll er die Kinder gezwungen haben, das Erbrochene aufzuessen. 

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Der Deutsche soll ihnen Panzerklebeband über die Augenbrauen geklebt haben, um es dann mitsamt der Augenbrauen abzureißen. Bei kleineren häuslichen Vorfällen soll der Vorbestrafte sie mit einer Gerte und einem Schlauch geschlagen haben, ihnen Hundekot ins Gesicht und unter das Kopfkissen geschmiert haben. Er soll eines der Kinder gezwungen haben, ein Putzmittel auszusuchen, welches dann die Geschwister trinken sollten. 31 solcher Punkte werden vom Staatsanwalt vorgelesen, den dies sichtlich nicht unberührt lässt.

Bei der Verhandlung vor einem Jahr stritt der Angeklagte alles ab und erklärte, er habe diese Sachen nur angedroht. Die Mädchen hätten sich das ausgedacht, um die Mutter für sich alleine zu haben. Das Gericht ordnete daraufhin ein Glaubwürdigkeitsgutachten hinsichtlich der Aussagen der Kinder an. Dieses umfangreiche Gutachten liegt nun vor und die Verhandlung sollte fortgesetzt werden. 

Der Verteidiger bestand allerdings darauf, dass die Gutachterin vor dem Gericht aussagen müsse und es nicht reiche, wenn deren Zeugenaussage nur verlesen werde. Damit wurde diese Verhandlung geschlossen. Der Prozess wird fortgesetzt, allerdings nicht in den nächsten drei Wochen.

Die Mädchen sind seit Mitte 2017 in der Obhut des Jugendamtes. Die Mutter selbst blieb bei dem Angeklagten.  

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