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Radebeul

Gerät die Teichsanierung ins Stocken?

Die Moritzburger Himmelsteiche gehören zur historischen Kulturlandschaft. Damit sie das bleiben, müssen sie regelmäßig entschlammt werden.

Die Fischgrube des Schlossteichs in Moritzburg wurde nach dem Abfischen im vergangenen Herbst entschlammt. Wann und in welchem Teich als Nächstes gearbeitet werden soll, ist derzeit offen. .
Die Fischgrube des Schlossteichs in Moritzburg wurde nach dem Abfischen im vergangenen Herbst entschlammt. Wann und in welchem Teich als Nächstes gearbeitet werden soll, ist derzeit offen. . © Norbert Millauer

Moritzburg. Normalerweise wird nach dem Abfischen des Schlossteichs Ende Oktober der Abfluss wieder geschlossen, um das Wasser für das nächste Jahr anzustauen. Nicht so im letzten Herbst. Denn gleich im Anschluss startete der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien und Baumanagement (SIB) dringende Sanierungsarbeiten. Bis Mitte Dezember herrschte so im Bereich der Fischgrube am Parkplatz Kalkreuther Straße rege Geschäftigkeit.

Wie SIB-Pressesprecher Alwin-Rainer Zipfl auf SZ-Anfrage sagte, musste zunächst eine Baustraße im Teich angelegt werden. Danach wurde der Schlamm in der Fischgrube entwässert und kontinuierlich getrocknet, damit er transportiert werden konnte. „Insgesamt rund 2.350 Kubikmeter wurden entnommen und nach Genehmigung durch die Abfall- und Bodenschutzbehörden des Landratsamtes Meißen auf landwirtschaftlichen Flächen verteilt.“ Beseitigt wurden im Zuge der Arbeiten zudem auch Schäden am Ablassbauwerk des Schlossteiches. „Für die genannten Arbeiten wurden Kosten in Höhe von 175.000 Euro verausgabt.“

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Inzwischen wird der Teich wieder eingestaut. Dass die westliche Seite immer noch fast leer ist, hat nach Auskunft von Henry Lindner, dem Geschäftsführer der Teichwirtschaft Moritzburg, allerdings nichts mit der Sanierung zu tun. „Wir haben im östlichen Teich Wasser zurückgehalten, sodass beim Entschlammen kaum etwas weggelaufen ist.“ Das Problem sei, dass auch jetzt kaum Wasser aus dem Dippelsdorfer Teich herüberfließt. „Es ist nach wie vor einfach zu trocken.“ Die Moritzburger Himmelsteiche werden, wie es der Name schon sagt, ausschließlich aus Niederschlagswasser gespeist.

Die Sanierung des Schlossteichs war indes dringend erforderlich, wie sich im Herbst gezeigt hatte. Die Teichwirtschaft hatte da nur fünf statt der erhofften 20 Tonnen Karpfen aus dem Teich geholt. Henry Lindner vermutet, dass die fehlenden Fische nicht verloren sind, sondern nur nicht von der östlichen Teichseite bis zur Fischgrube geschwommen sind. „Weil der Schlamm dort inzwischen bis zum 1,50 Meter mächtig war, stand das Wasser in der Grube nicht viel höher als auf der abgelassenen Ostseite. Da sind die Karpfen wohl wieder dorthin zurückgeschwommen.“ Zudem sei dieser Teil des Schlossteichs eben wieder schneller dichtgemacht worden, um mehr Wasser zurück zuhalten.

Die Moritzburger Himmelsteiche sind ein wesentlicher Bestandteil der historischen Kulturlandschaft. Noch immer werden sie für ihren ursprünglichen Zweck, die Fischzucht, genutzt. Von der Teichwirtschaft werden 24 bewirtschaftet. Damit das so bleibt, hat der Freistaat im Herbst 2013 ein mehrjähriges Projekt zur Sanierung gestartet.

Begonnen wurde das Vorhaben am Oberen Altenteich. Dabei waren auch aufwendige Vorkehrungen für den Naturschutz erforderlich. So wurde beispielsweise ein temporärer Damm zum Schutz eines Feuchtbiotops errichtet. Zudem mussten Muscheln aus dem Restwasser aufgesammelt und umgesiedelt werden. Insgesamt kosteten die Arbeiten im Oberen Altenteich rund 490.000 Euro.

Ein Jahr später ging es dann gleich in drei Teichen weiter: dem Unteren Altenteich, dem Schösserteich und dem Niederen Waldteich. Probleme gab es dabei am Niederen Waldteich. Dort wurden unter anderem rund 9.000 Kubikmeter Schlamm aufbereitet und fachgerecht entsorgt. Die Arbeiten waren erst im Mai 2015 fertig. Gesamtkosten für die drei Teiche: 970.000 Euro.

Im gleichen Jahr folgte für 220.000 Euro schließlich der Bauernteich zwischen Moritzburg und Bärwalde. Neben dem Entschlammen wurden auch die zugehörigen Ingenieurbauwerke – wie Ablässe und Überläufe – saniert.

Wie der SIB-Sprecher sagt, soll in den kommenden Jahren in und an weiteren Teichen gearbeitet werden: Dippelsdorfer Teich, Mittelteich, Jägerteich, Johann-Georgen-Teich, Steingrundteich, Fischerteich, Frauenteich, Luisenteich, Silberteich, Oberer Waldteich, Köckritzteich und Sophienteich.

Der Dippelsdorfer war ursprünglich als erster Teich geplant gewesen. Die Arbeiten waren 2013 dann aber kurzfristig abgesagt worden. Im Sommer 2016 war zudem schon einmal die Sanierung des Mittelteichs angekündigt worden. Diese sollte vom Herbst des Jahres bis weit in 2017 hinein dauern. Doch auch diese erfolgte nicht. In den vergangenen Jahren hätten sich Teile des Damms, über den die Kalkreuther Straße verläuft, immer weiter in Richtung Wald geneigt, sagen Beobachter.

Auf die Frage, wann die noch geplanten Teiche saniert werden sollen, heißt es vom SIB: „Zum Zeitplan der Durchführung der ausstehenden Arbeiten kann momentan keine belastbare Aussage getroffen werden. Dazu erfolgen derzeit die Haushaltabstimmung sowie die umwelt- und naturschutzrechtliche Planung.“

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