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Gerätehaus zu klein – Einsatzgebiet zu groß

Die Feuerwehr Kleinhennersdorf muss sich jetzt auch um die Dörfer Papstdorf und Gohrisch kümmern. Das ist kaum zu schaffen.

Ortswehrleiter Markus Hamisch: Wir sind gut ausgerüstet. Aber das Gerätehaus ist zu klein.
Ortswehrleiter Markus Hamisch: Wir sind gut ausgerüstet. Aber das Gerätehaus ist zu klein. © Steffen Unger

Von Peter Salzmann

„Stellen Sie sich vor, es brennt, und keiner geht hin.“ Der das sagt, ist Gohrischs Bürgermeister Christian Naumann. Er sorgt sich um die kleinen Dörfer, die keine eigene Feuerwehr mehr haben. Kleinhennersdorfs Wehr muss nun auch nach Papstdorf und Gohrisch ausrücken.

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Ortswehrleiter Markus Hamisch lobt seine Kameraden: „In den vergangenen elf Monaten absolvierten wir mehr Einsätze als in den sechs Jahren davor.“ Allein 2019 rückten die Kleinhennersdorfer 20-mal aus. „Überwiegend zu technischen Hilfeleistungen und zu sieben Bränden, entstanden durch Unachtsamkeit im Wald“, so Hamisch. Auch bei Sturm- und Schneeschäden, Türöffnungen und Tragehilfe für die Rettungsdienste seien die Kameraden angefordert worden.

 „Unser Einsatzgebiet ist nach 70 Jahren größer geworden“, unterstreicht der 36-Jährige, der die Wehr seit zwei Jahren führt. Der Garten- und Landschaftsbauer verweist darauf, dass die benachbarten Wehren in Gohrisch seit 2005 und Papstdorf seit 2007 nicht mehr existieren. Bürgermeister Christian Naumann beklagt, dass die Kleinhennersdorfer Kameraden trotz hoher Einsatzbereitschaft dieses „Manko nicht ausgleichen können“. Das betreffe vor allem einige Bereiche im Ortsteil Gohrisch. 

Naumann stellt in Aussicht, dass in Kooperation mit Königstein der Bau eines interkommunalen Feuerwehrgebäudes zwischen Gohrisch und Pfaffendorf ins Auge gefasst sei. Dafür sei es wichtig, neue Feuerwehrleute zu werben. Mit einem Altersdurchschnitt von 45 Jahren hat die Kleinhennersdorfer Feuerwehr 14 Aktive, darunter die beiden Frauen Martina Dreßler und Isolde Trampenau. 15 Mitglieder zählt die Alten- und Ehrenabteilung. Der Älteste ist mit 90 Hans Hamisch, der Jüngste der Wehr sein Enkel Max. Uwe Hamisch, Brandmeister mit einem Stern auf der Litze und Stellvertreter von Markus, scherzt: „Es gab Zeiten, da hießen bei unserer Ortsfeuerwehr alle Hamisch oder Müller.

Ein Werbeträger für die Feuerwehr ist das Quartett „Harmonie“, das mit Akkordeon, Pauke, Trommel und Becken für Stimmung sorgt. Ob zum Lupinenfest, zum Vogelschießen, zu Dorffesten, auch in Nachbarorten sind die fröhlichen Musikanten unüberhörbar.

Das Domizil der Kleinhennersdorfer Wehr ist eine ehemalige Scheune am Ortseingang. Es präsentiert sich in sehr gutem Zustand. In 400 freiwilligen Arbeitsstunden schufen, mit großer Unterstützung des Gemeinderates, vor allem Ronny Herrmann, Ortsvorsteher Mike Hartmann, Helfried Hamisch, Ronny und Daniel Kretzschmar eine vereinstypische Unterkunft, die auch vom Lupinenverein, dem Ortschaftsrat, der Volkssolidarität und dem Gartenverein genutzt wird. Büro, Versammlungs- und Schulungsraum, Sanitäranlagen und Küche stehen zur Verfügung.

Das historische Gerätehaus in der Dorfmitte ist saniert, das Fenster dient als kleines Feuerwehr-Museum. Seit einem Jahr erinnert ein Elbsandsteinblock mit einer Tafelt an die verstorbenen Mitglieder der Kleinhennersdorfer Wehr.

Markus Hamisch behauptet: „Wir sind gut ausgerüstet. Unsere Zusammenarbeit mit den Kameraden der FFw Cunnersdorf funktioniert, nicht nur bei gemeinsamer Ausbildung.“ Doch: „Unser Gerätehaus ist viel zu klein. Unser Tanklöschfahrzeug kann nur mit Mühe ins Gebäude manövriert werden.“

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