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Geräumte Straßen waren schnell überlastet

Erst kam der Schnee und jetzt der Frost. Trotz des Winterwetters rollte der Verkehr im Osterzgebirge gestern, am ersten Werktag nach den Ferien. Problemlos verlief der Wintereinbruch aus Sicht des Regionalverkehrs...

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Erst kam der Schnee und jetzt der Frost. Trotz des Winterwetters rollte der Verkehr im Osterzgebirge gestern, am ersten Werktag nach den Ferien. Problemlos verlief der Wintereinbruch aus Sicht des Regionalverkehrs Dresden (RVD). „Unsere Busse sind gestern und vorgestern gut durchgekommen“, sagte RVD-Sprecher Frank Beyer zur Sächsischen Zeitung.

Lediglich auf einigen Linien, die nach Dresden reinfahren, habe es am Montagmorgen Verspätungen gegeben. „Besonders auf der B 170 staute es sich ab Possendorf“, berichtet Beyer. Weil viele Straßen noch nicht geräumt waren, konzentrierte sich der Verkehr auf große Straßen, die überlastet waren.

Winterdienst

„Bisher konnten wir alle Kreis-, Bundes- und Staatsstraßen offen halten“, sagt Marina Fehrmann, Abteilungsleiterin Straßenbau und Verkehr im Landratsamt. Die Kollegen der Straßenmeistereien Dohma, Altenberg und Freital sind rund um die Uhr im Einsatz. Im Raum Sebnitz werden zwei Schichten gefahren – von 3.30 bis null Uhr, so Fehrmann.

Insgesamt sind 52 Mitarbeiter im Dienst, davon 29 von Fremdfirmen. Unterwegs sind sie mit 41 Fahrzeugen, 24 davon stellen die Fremdfirmen, die den Landkreis beim Winterdienst unterstützen. „Wir betreiben einen relativ hohen Aufwand, haben aber auch noch keine Beschwerden gehört“, sagt Martina Fehrmann.

Einige Autofahrer fragen sich jedoch, warum so viel gesalzen und so wenig Schnee weggeräumt wird. „Die Kollegen tauen das Schnee-Eis-Gemisch mit dem Salz auf“, erläutert Fehrmann. Normalerweise würde dann bei der zweiten Tour der Schnee weggepflügt. „Doch weil es gestern ununterbrochen schneite, kamen die Kollegen oft gar nicht zum Pflügen.“ Derzeit landen täglich bis zu 275 Tonnen Salz auf den Kreis-, Bundes- und Staatsstraßen. „Wir haben aber noch genug Reserve“, versichert Frau Fehrmann. Noch lagern rund 3000 Tonnen in den Bunkern, Nachschub ist bereits geordert.

Polizei

Auf den glatten Straßen kam es bis zum Nachmittag zu fünf Unfällen im alten Weißeritzkreis, so die Polizei. Gekracht hat es in Dippoldiswalde, zwischen Börnchen und Döbra, zwischen Ruppendorf und Reichstädt sowie in Freital und Tharandt. Zumeist kamen Autos ins Rutschen und stießen gegen Bäume oder Zäune. Es blieb überall bei Blechschäden. In Tharandt krachte ein 40-Jähriger mit seinem Renault gegen ein Winterdienstfahrzeug – 5000Euro Schaden.

Rund ums Haus

Von 7 Uhr bis 20 Uhr sind alle Eigentümer von Grundstücken an öffentlichen Straßen zum Räumen und Streuen verpflichtet, teilt die Dippoldiswalder Hauptamtsleiterin Irena Hoffmann mit. Ähnliche Regelungen wie in Dipps gelten in allen Städten und Gemeinden.

Im Haus kann der Frost Wasserleitungen in Gefahr bringen. „Jeder sollte kontrollieren, dass Türen und Fenster in der Nähe von Wasserleitungen und Zählern geschlossen sind, damit nichts einfriert“, warnt Frank Kukuczka, Chef der Wasserversorgung Weißeritzgruppe. Wenn jemand Leitungen hat, die nicht frostsicher sind, ist es höchste Zeit, sie zu leeren oder zu isolieren.

Eberhard Rausch von den Technischen Werken Freital rät ebenfalls dazu, Keller- und Dachbodenfenster, Leitungsisolierungen und Lüftungsanlagen zu überprüfen sowie alle Heizkörper mindestens auf „Stern“ zu stellen. „Bei null besteht die Gefahr des Einfrierens“, erklärt Rausch. Gefrorene Heizungen durch geöffnete Fenster gehörten zu den meisten Havarieursachen. Für die 6120 Wohnungen, die die TWF mit Wärme versorgt, besteht eine 24-Stunden-Hotline für den Ernstfall – zu finden in jedem versorgten Haus am Aushang. „Als Wärmeversorger sind wir aber fürs angesagte kalte Wetter bestens gerüstet“, beruhigt Rausch.

Im Auto

Bei starkem Frost bringen Autobatterien nicht mehr die volle Leistung. „Damit man keine Überraschungen erlebt, kann man den Säurestand prüfen und, wenn nötig, Wasser auffüllen“, sagt Kai Mader vom Autohaus Hüttel in Oberhäslich. Auf den Frostschutz in ihrer Waschanlage sollten Autofahrer achten. „Da kann man blankes Schutzmittel drauf schütten, damit die Leitung auch bei minus 20 Grad nicht friert.“ (SZ/jk/dsz/hey/wei/fh)