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Spektakuläre Rettung in Pirna

Reiner Heinisch aus Rudolstadt war vor einem Jahr zu Besuch in der Elbestadt. Plötzlich erlitt er einen Herzanfall. Heute möchte er Danke sagen.

Reiner Heinisch erlitt in Pirna vor einem Jahr einen schweren Herzinfarkt. Bei seiner Rettung war auch die Feuerwehr Pirna beteiligt.
Reiner Heinisch erlitt in Pirna vor einem Jahr einen schweren Herzinfarkt. Bei seiner Rettung war auch die Feuerwehr Pirna beteiligt. © privat

Reiner Heinisch aus Rudolstadt ist keiner, der um seine Person einen großen Wirbel macht. Aber eine Sache liegt ihm sehr am Herzen. "Ich möchte Danke sagen. Wenn man mir vor einem Jahr in Pirna nicht so kompetent und sofort geholfen hätte, wäre ich heute wahrscheinlich nicht mehr am Leben. Das ist keine Übertreibung", sagt der 72-Jährige mit ruhiger Stimme.

Den 7. Juni 2019 wird der Thüringer vermutlich nie vergessen. Es ist ein Freitag. Bereits einige Tage zuvor reist Reiner Heinisch mit seiner Partnerin aus Rudolstadt in Pirna an. Für beide keine unbekannte Stadt. Denn seine Lebensgefährtin stammt aus Dresden und hatte in Pirna gelernt. "Schon oft hatte ich sie begleitet, wenn die Ehemaligen in Pirna zum Klassentreffen zusammenkamen", berichtet  Heinisch.

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Die Elbestadt hat dem Thüringer auf Anhieb gefallen. Besonders von dem Tom-Pauls-Theater ist das Paar sehr angetan. Deshalb entschließen sie sich vor einem Jahr Pirna erneut außerhalb des Klassentreffens zu besuchen und besorgen sich vorher Theaterkarten.  Nach dem Besuch in der Canaletto-Stadt soll es weiter in Richtung Bautzen gehen. Am 6. Juni findet die Vorstellung im Tom-Pauls-Theater statt, die beide sehr genießen. Reiner Heinisch und seine Freundin kommen in einer kleinen Pension in der Altstadt unter. Auch das wurde vorher alles gebucht. Am 7. Juni wollen sie abreisen in Richtung Oberlausitz. "Wir haben ganz normal gefrühstückt. Ich hatte mich gut gefühlt", berichtet Reiner Heinisch. Nach dem Frühstück geht er in das Zimmer nach oben, um die bereits gepackten Koffer nach unten ins Auto zu tragen. Als er in dem Zimmer ankommt, bricht ihm plötzlich der Schweiß aus. "Ich dachte zunächst, es wäre ein Schwächeanfall und legte mich aufs Bett." Dann bemerkt Reiner Heinisch aber einen ungewohnten Druck auf der Brust. Ihm ist sofort klar, dass er umgehend professionelle Hilfe braucht. Unterdessen hat seine Partnerin schon die 112 gewählt.

Per Drehleiter nach unten gebracht

Rettungssanitäter und Notarzt sind wenige Minuten später  vor Ort. Diagnose: Herzinfarkt. Reiner Heinisch wird von den Fachleuten erstversorgt. Er muss aber ins Krankenhaus. Allen Beteiligten ist klar, dass der Transport des Patienten auf einer Trage nicht über die schmale steile Wendeltreppe erfolgen kann. Die Sanitäter greifen zum Handy und alarmieren die Feuerwehr. Die Jungs sind ebenso schnell an Ort und Stelle, wie kurz zuvor der Rettungsdienst. Reiner Heinisch wird auf eine Art Brett geschnallt und aus dem Fenster mithilfe der Drehleiter des Feuerwehrwagens sacht nach unten auf die Straße herabgelassen. Er ist die ganze Zeit bei Bewusstsein. Mittlerweile haben sich viele Schaulustige versammelt. 

Unten angekommen, bringen Sanitäter und Notarzt Herrn Heinisch in den Rettungswagen. Mit Blaulicht und Sirene geht es  ins Klinikum Pirna auf den Sonnenstein. Dort angekommen wird er sofort in den OP-Saal gebracht und operiert. Die Ärzte entfernen den Pfropfen am Herzen, sodass das Blut wieder zirkulieren kann und setzen dem Patienten zusätzlich drei Stents. "Als ich bereits aus dem Operationssaal kam, fühlte ich mich schon besser", erinnert sich Heinisch . Zur Kontrolle muss er noch einige Tage in dem Klinikum bleiben, bis er schließlich von seinen beiden Söhnen abgeholt wird und die Familie wieder nach Rudolstadt zurückkehren kann.

Reiner Heinisch und seine Partnerin kommen wieder

Heute geht es ihm gut. Er hatte keine weiteren Attacken und hofft, dass es auch so bleibt. "Ich nehme mich etwas mehr zurück, darf aber leben", fasst Heinisch schlüssig zusammen. Sowohl er, wie auch seine gesamte Familie sind nach wie vor stark beeindruckt von der schnellen professionellen Hilfe, die der Kranke in Pirna erfahren hat. "Das Zusammenspiel war hervorragend." Leider hat Heinisch keinen Kontakt zu seinen Helfern und Rettern. Deshalb wandte er sich an die Zeitung. "Ich möchte den Sanitätern, den Ärzten, den Krankenschwestern und natürlich auch den Kameraden von der Feuerwehr ein herzliches Dankeschön sagen. Sie haben mich gerettet", sagt Reiner Heinisch mit bewegter Stimme.

Trotz seines schlimmem Erlebnisses in Pirna bleiben er und seine Partnerin der Stadt treu. "Besonders die historische Altstadt hat es uns angetan. Beeindruckt waren wir aber auch von den Hochwassermarken. Man kann sich vorstellen, wie sehr die Pirnaer unter dem Hochwasser gelitten haben. Wir kommen auf jeden Fall wieder", erklärt Reiner Heinisch.

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