merken
PLUS Zittau

Urteil gefällt: Freispruch für Martin Puta

Während der Staatsanwaltschaft Gefängnis und Berufsverbot fordert, darf der Liberecer Bezirkshauptmann das Gericht als freier Mann verlassen.

Martin Puta bestand seit Anfang an auf seine Unschuld. Das Gericht konnte ihm nicht nachweisen, Schmiergeld kassiert zu haben.
Martin Puta bestand seit Anfang an auf seine Unschuld. Das Gericht konnte ihm nicht nachweisen, Schmiergeld kassiert zu haben. © SZ

Nach fast sechs Jahren endet der Korruptionsprozess um den Liberecer (Reichenberger) Bezirkshauptmann Martin Puta an diesem Dienstag mit einem Freispruch. "Ich muss mich bei allen für die ständige Unterstützung bedanken", kommentierte er sogleich das Urteil auf seinem Facebook-Profil. 

Puta war angeklagt, weil er Schmiergeld kassiert haben soll. Der Staatsanwalt verlangte im Korruptionsprozess für den ehemaligen Bürgermeister von Hradek (Grottau) fünf Jahre Gefängnis. Zudem sollte der heutige Bezirkshauptmann ein siebenjähriges Berufs- und Funktionsverbot bekommen.

Anzeige
Krankenschwester/-pfleger (m/w/d) gesucht
Krankenschwester/-pfleger (m/w/d) gesucht

Die Orthopädischen Werkstätten Görlitz suchen zur Verstärkung des Teams suchen eine/n examinierte/n Krankenschwester/-pfleger (m/w/d).

Doch der Angeklagte bestand seit Anfang an auf seiner Unschuld. Gemeinsam mit ihm waren noch weitere elf Personen und vier Firmen im Prozess involviert. Auch sie hat der Vorsitzende des Strafsenats Petr Neumann freigesprochen. Die Vorlesung der Begründung läuft gerade noch und wird mehrere Stunden dauern.

Der Fall hängt mit zwei Liberecer Projekten zusammen. Das Projekt mit einem Gesamtumfang von 65 Millionen Kronen (2,6 Millionen Euro) sollte EU-Fördermittel bekommen. Laut Anklage kassierte Puta im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der St.-Maria-Magdalena-Kirche in Liberec im November 2014 Bestechungsgeld in Höhe von 830.000 Kronen (rund 33.200 Euro). Ausgezahlt bekommen haben soll er 530.000 Kronen (rund 21.200 Euro) - nach einer Tabelle, wo er als "Der Sauberste" geführt wurde. 

Weiterführende Artikel

Klickstark: Neues Leben für altes Kurhaus

Klickstark: Neues Leben für altes Kurhaus

Für das Gebäude im Zittauer Gebirge gibt's einen Investor. Einer der Beiträge aus Löbau-Zittau, über den wir an diesem Dienstag berichteten.

Ein zweiter Fall, der auch zur Anklage stand, betrifft die Einrichtung einer Ruhezone in Liberec für 30 Millionen Kronen (rund 1,2 Millionen Euro). Für keines der beiden Projekte gab's bislang EU-Geld. Hinter beiden Vorhaben steht die gemeinnützige Gesellschaft "Geothermale Energie für die Bürger".  Nach dem jetzigen Urteil konnten ihm die Zahlungen nicht nachgewiesen werden.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Zittau