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Nackte Tatsachen vor Gericht

Eine 16-Jährige schenkt ihrem volljährigen Freund aus Löbau etwas zu viel intimes Vertrauen - und der ist der Justiz kein Unbekannter.

Vor dem Amtsgericht Zittau ging's um pikante Fotos.
Vor dem Amtsgericht Zittau ging's um pikante Fotos. © Symbolbild: Sebastian Schultz

Wie sorgsam man mit Fotos von sich umgehen sollte, intimen zumal, das zeigt ein Fall, der am Dienstag vor dem Amtsgericht in Zittau verhandelt wurde. Die Anklage lautete auf "Verbreitung jugendpornografischer Schriften" - und dabei ging es nicht um Schmuddelhefte.

Beim nicht vor Gericht erschienenen Angeklagten handelt es sich um einen 21-jährigen Löbauer. Seine zum Tatzeitpunkt 2019 16-jährige Freundin war offensichtlich damals ein bisschen zu blind vor Liebe. Sie hatte nackt vor einem Spiegel posiert und sich dabei selbst fotografiert. Diese intimen Aufnahmen ließ sie ihrem Freund zukommen.

Und der wollte laut Anklage auch andere an diesem erotischen Anblick teilhaben lassen. Er verbreitete zumindest eine der Aufnahmen im Internet und stellte die junge Frau damit im Wortsinne bloß. Spätestens in diesem Moment fand die Freundschaft ein Ende.

Unangemessene Fürsorglichkeit

Völlig unbekannt war der junge Mann der Strafjustiz bis dahin nicht. Wie aus Justizkreisen verlautet, zeigte er in der Vergangenheit eine unangemessene Fürsorglichkeit für Mädchen, die noch nicht der Pubertät entwachsen sind. Demnach beherbergte er in seiner Wohnung Mädchen, die von zu Hause oder aus Heimen ausgerissen waren. Wegen eines solchen Falls stand er auch einmal wegen "versuchter Kindesentziehung" vor Gericht, wie der Strafrichter nun auch aus der Akte verlas.

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Die Nacktfoto-Episode endete für den Angeklagten nun glimpflich - aber angesichts seiner vom Gericht angenommenen Vermögenssituation durchaus teuer. Das Amtsgericht setzte gegen den Auszubildenden eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Euro, also 2.700 Euro, fest.

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