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Görlitz

Geringer Anstieg an Corona-Kranken

Zwei Patienten sind im Krankenhaus, einer sogar auf der Intensivstation. In Krauschwitz trifft der Virus ein Pflegeheim.

Zugang zur neuen Isolierstation am Görlitzer Malteser Krankenhaus St.Carolus.
Zugang zur neuen Isolierstation am Görlitzer Malteser Krankenhaus St.Carolus. © hänsch

Bis jetzt hat die große Corona-Welle den Landkreis Görlitz noch nicht erwischt. Zwar hat sich die Zahl der Infizierten seit vergangener Woche von 15 auf 30 verdoppelt. Dennoch sind das vergleichsweise niedrige Zahlen – schaut man sich beispielsweise den Nachbarkreis Bautzen an, wo es 101 Infizierte und auch bereits ein Todesopfer gibt. Allerdings melden die Oberlausitz-Kliniken in Bautzen am Dienstag auch, dass ein schwerer Corona-Fall wieder geheilt ist. Der 60-Jährige mit mehreren Vorerkrankungen war am 10. März stationär aufgenommen worden, lag zehn Tage auf der Intensivstation, und konnte nun das Krankenhaus wieder verlassen.

Auch bei uns gab es Stand Dienstag einen Patienten, dem es schlecht geht, denn der Landkreis vermeldet zwei Corona-Patienten in stationärer Betreuung, davon einer auf der Intensivstation. Wo die beiden liegen, wird nicht kommuniziert, aber es könnte das Städtische Klinikum in Görlitz sein, da alle übrigen Krankenhäuser im Landkreis auf SZ-Nachfrage bestätigten, dass dort kein Corona-Infizierter behandelt wird. Das Städtische Klinikum verweist auf eine Pressemitteilung, die am Freitag verschickt werden soll.

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Fünf Patienten gelten als geheilt

Den meisten der aktuell 30 Corona-Patienten im Kreis geht es nach Aussage des Gesundheitsamtes gut. Unter ihnen gibt es sowohl ein Kind als auch mehrere Betroffene jenseits der 70. Fünf Personen gelten inzwischen als geheilt. 148 stehen aktuell unter Quarantäne. Die meisten Fälle seien entweder Reiserückkehrer aus Italien oder Österreich oder deren Kontaktpersonen.

Betroffen ist auch eine Pflegeeinrichtung in Krauschwitz, weshalb die gesamte Einrichtung unter Quarantäne gestellt wurde – also nunmehr geschlossen ist. Wie viele Fälle es genau sind, ist nicht bekannt. Jedoch listet der Landkreis in seiner aktuellen Orts-Tabelle unter Krauschwitz fünf Fälle auf. Um die Versorgung der Bewohner zu gewährleisten, gibt es für das Pflegepersonal eine Sonderregelung nach Empfehlung des Robert-Koch-Institutes. So darf sich das Pflegepersonal sowohl daheim als auch in der Pflegeeinrichtung aufhalten, damit der Dienstbetrieb weitergehen kann.

Separater Eingang für Rettungsdienst

Ob die 30 Fälle nun erst der Anfang für den Landkreis Görlitz sind oder die Ausgangsbeschränkungen vielleicht doch rasch Wirkung zeigen, müssen die nächsten Tage zeigen. Die Krankenhäuser sind gerüstet, noch stehen viele Betten für Schwerkranke bereit. So teilt das Emmaus-Krankenhaus in Niesky mit, dass es eine begrenzte Anzahl von Intensiv-Beatmungsplätzen gebe und man seinen Beitrag leisten werde, Corona-Patienten und Notfallpatienten versorgen zu können. Es gibt auch hier inzwischen eine Isolierstation.

Neben Emmaus und dem Städtischen Klinikum, das ebenfalls eine Infektionsstation mit 13 Plätzen eingerichtet und die Intensivstation auf 24 Betten aufgestockt hat, gibt es auch im Görlitzer Malteser Krankenhaus St. Carolus eine Isolierstation. Zehn Betten stehen hier bereit, weiterhin gibt es sechs Beatmungsplätze, davon vier auf der Intensivstation. Der normale Patientenbetrieb wurde dafür zurückgefahren. Wie Standortleiterin Daniela Kleeberg sagt, sei das Haus aktuell etwas zu 50 Prozent belegt, normalerweise wären es um die 70 bis 80 Prozent. Für die Einrichtung der Isolierstation wurde die Palliativstation geräumt, die Patienten in andere Krankenhausbereiche verlegt. Zudem wurde die Physiotherapie geräumt, um eine separate Anlaufstelle für den Rettungsdienst zu schaffen, sollte er mit Corona-Patienten oder Verdachtsfällen kommen.

Chefarzt Dr. Jörg Lubrich wird die Isolierstation im Görlitzer Carolus-Krankenhaus leiten. Der Pneumologe ist auch Mitglied des Pandemiestabs im Landkreis. 
Chefarzt Dr. Jörg Lubrich wird die Isolierstation im Görlitzer Carolus-Krankenhaus leiten. Der Pneumologe ist auch Mitglied des Pandemiestabs im Landkreis.  © nikolaischmidt.de

Carolus bereitet Abstrichstelle vor

Mit dem Pneumologen und Notfallmediziner Chefarzt Dr. med. Jörg Lubrich hat das Carolus-Krankenhaus obendrein einen Lungenspezialisten mit der Leitung der Isolierstation betraut. Lubrich gehört ebenso dem Pandemiestab des Landkreises an. Letzterer analysiert täglich die Situation, die Ergebnisse werden an die Mitarbeiter per Newsletter kommuniziert.

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In Vorbereitung ist außerdem eine Abstrichstelle für Corona-Verdachtsfälle, die im Carolus gemeinsam mit der KV-Bereitschaftspraxis der Stadt zur Verfügung gestellt werden soll, wenn die mobilen Abstrich-Dienste der Kassenärztlichen Vereinigung nicht mehr ausreichend sind.

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