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Gerüchte um Einstieg

Die West-LB prüft einen Einstieg bei SachsensLandesbank. Deren neuerChef heißt Herbert Süß.

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Düsseldorf/Leipzig. Die Neuordnung unter den deutschen Landesbanken schreitet nach einem Bericht des „Handelsblatts“ voran. Derzeit prüfe die West-LB einen Einstieg bei der Landesbank Sachsen Girozentrale (Sachsen-LB), schreibt die Zeitung. Ein Sprecher der Düsseldorfer Großbank wollte auf Anfrage den Bericht nicht kommentieren. Wie aus Finanzkreisen zu erfahren war, befinden sich die Gespräche im Anfangsstadium.

Ferner soll es kürzlich ein Spitzentreffen zwischen der West-LB und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gegeben haben. Dabei habe Sparkassenpräsident Dietrich Hoppenstedt auf eine öffentlich-rechtliche Lösung für die Sachsen-LB gedrängt. West-LB-Chef Thomas Fischer sagte zu, sich für ein Engagement bei den Sachsen einzusetzen.

Sachsen-LB und der DSGV wollten ebenfalls keine Stellung nehmen. „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen“, sagte ein Sprecher der Bank. Hintergrund für den Vorstoß des DSGV ist die schlechte Bonitätsbewertung der Sachsen-LB. Das Institut sei die letzte, eigenständige kleine Landesbank, die mit dem schlechten Rating nach dem Wegfall der Staatsgarantien zur Jahresmitte langfristig aber keine Chance am Kapitalmarkt habe.

So werde darüber nachgedacht, eine andere Landesbank mit ins Boot zu holen. Dabei seien die Anteilseigener der Sachsen-LB auch bereit, auf ihre Mehrheit zu verzichten. Mehrere Landesbanken sollen angesprochen worden sein.

Unterdessen hat die Anteilseignerversammlung der Sachsen-LB am Mittwoch Herbert Süß (65) wie erwartet zum neuen Vorstandschef berufen. Süß ist noch Vorstandsvorsitzender der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

Seit 2004 ist die Sachsen-LB in den Schlagzeilen. Im Februar traten die Vorstände Michael Weiss und Rainer Fuchs zurück in Verantwortung für ungeklärte Vorgänge. So geht es um die juristisch ausgetragene Auseinandersetzung um Tochter Mitteldeutsche Leasing AG. Eine aktienrechtlich vorgeschriebene Beteiligungs-Mitteilung soll rückdatiert worden sein. Vor den Rücktritten wurde die Bank durchsucht. Die Sachsen-LB ist die einzige rein ostdeutsche Landesbank und gehört zu 82 Prozent der Sachsen Finanzgruppe. Deren Eigner sind Kommunen, der Freistaat und zu 18 Prozent der Beteiligungsverband Sächsischer Sparkassen. (dpa)