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Geschäfte dürfen wieder öffnen

Ab Montag ändert sich mit den Lockerungen in der Corona-Krise das Leben in der Großenhainer Innenstadt. Die SZ sprach mit Geschäftsbereichsleiter Matthias Schmieder.

Ab nächster Woche dürfen Geschäfte wie Ernstings Family auf dem Frauenmarkt wieder öffnen. Auch Baumärkte. Doch keine Gaststätten und Cafés.
Ab nächster Woche dürfen Geschäfte wie Ernstings Family auf dem Frauenmarkt wieder öffnen. Auch Baumärkte. Doch keine Gaststätten und Cafés. © Kristin Richter

Herr Schmieder, ab 20. April kommt ein Stück Normalität in die Stadt zurück. Sachsen hebt seine umfangreichen Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie auf. Was bedeutet das für Großenhain?

Es ist gut, dass die Geschäfte wieder öffnen können und damit wieder Einnahmen erzielen. Allerdings müssen sie die Abstandsregeln einhalten und das Kontaktverbot gewährleisten. Letzteres ist also kein Unterschied zu bisher. Das gilt auch für die Kunden. 

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Auch Bau- und Gartenmärkte dürfen wieder öffnen. Welche Märkte betrifft das in Großenhain?

Den Landmaxx und den G&H-Markt auf der Parkstraße, den Baustoffhandel Witschel im Gewerbegebiet Flugplatz , Gartentechnik Schade an der Schillerstraße, Raab Karcher auf der Mülbitzer Straße und Partner für Technik in der Eichenallee.  

Sie sagten es schon, die Geschäfte müssen sich um Hygienevoraussetzungen und die Steuerung des Zutritts kümmern. Wird die Einhaltung dieser Regeln kontrolliert?  

Grundsätzlich zuständig sind dafür die Gesundheitsämter. Die Polizei bzw. der Ordnungsdienst der Stadt leisten Amtshilfe, indem sie bei Beschwerden prüfen. Das ist also auch nicht neu. Die Großenhainer waren bisher schon relativ vernünftig und ich hoffe sehr, dass das auch dabei bleibt. Wir werden ab kommender Woche verstärkt stichprobenartig kontrollieren. Wir geben zuerst Hinweise und werden das auch auf dem Wochenmarkt weiter tun. Dort sollten die Abstandsregeln noch besser eingehalten werden. Zumal es mehrere Anfragen von weiteren mobilen Händlern gibt. Das diskutieren wir gerade mit der Marktgilde.  

Wie steht es um die Friseure? Sie sollen sich darauf vorbereiten, dass sie ab 4. Mai den Betrieb wieder aufnehmen können. 

Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. 

Matthias Schmieder, Großenhains Geschäftsbereichsleiter Stadtkultur und Ordnung.
Matthias Schmieder, Großenhains Geschäftsbereichsleiter Stadtkultur und Ordnung. © Kristin Richter

Kindergärten und Schulen bleiben grundsätzlich noch geschlossen, doch es gibt Ausnahmen.

Ja, in den Kindereinrichtungen, und zwar in allen 14 Kitas im Großenhainer Stadtgebiet und auch bei den neun Tagesmüttern, ist eine Notbetreuung gewährleistet. Die Zahl der Eltern, die ihre Kinder dort abgeben dürfen, wird sich verändern. Das ist ja wichtig für die Verkäufer/innen, die wieder in den Geschäften arbeiten sollen. Und auch für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die ab kommender Woche wieder im Rathaus tätig sein werden. Die Schulen öffnen, wie vorgeschrieben: Ab 4. Mai kehren die Klassen zurück, die im nächsten Jahr eine Prüfung ablegen. Diesjährige Absolventen haben schon nach den Osterferien Prüfungsvorbereitungen, aber keinen regulären Unterricht. Daher fahren die Busse im Landkreis ab 20. April wieder nach den gewohnten Fahrplänen für Schultage.

Die Filmgalerie am Frauenmarkt muss weiter geschlossen bleiben, ebenso das Kulturschloss, der Alberttreff und das Museum. Die Bibliothek aber kann wieder Besucher empfangen?

Ja, die Bücherei wird in der kommenden Woche öffnen und ihren Betrieb wieder hochfahren. In den städtischen Einrichtungen Alberttreff und Museum ist der Mitarbeiterbestand aktuell auf Null heruntergefahren. In der kommenden Woche sind die Beschäftigten im Museum da und werden eine Öffnung mit den entsprechenden Voraussetzungen vorbereiten. 

Großveranstaltungen sollen bis 31. August nicht stattfinden. Wird das Großenhainer Sommerfest vom 26. bis 28. Juni abgesagt?

Das können und wollen wir jetzt noch nicht entscheiden: Es ist wie in der ersten Woche der Corona-Ausgangsbeschränkungen - wir brauchen noch konkretere Informationen. Diesmal Zahlen, ab wann es eine Großveranstaltung ist und wie die organisatorischen Vorschriften des Freistaates sind. Klar ist vorerst, dass die Saisoneröffnung am Bauernmuseum Zabeltitz am 1. Mai nicht stattfinden kann. Für den Tag der Parks und Gärten am 17. Mai überlegen wir noch, ob der ohne jegliche Gastronomie auf dem Kupferberg und im Stadtpark sinnvoll ist. Umso eher wir hier Klarheit in den Regeln haben, umso eher können wir eine Entscheidung treffen.  

Sollte das Sommerfest abgesagt werden, kommen dann auf die Stadt große Einbußen zu?

Nein, vorerst haben wir zwar viel organisatorische Vorbereitungsarbeit reingesteckt. Aber die Verträge mit Künstlern und Gastronomen sind mit Vorbehalt abgeschlossen worden. Sollte das Fest doch stattfinden können, wäre es ein gewaltiger Spagat: Der Eintritt soll ja frei sein, aber wir müssten sicherlich die Besucherzahlen limitieren. Wie geht das ganz praktisch? Auch wenn andere Veranstaltungen wie die 800-Jahrfeier in Walda im Juli  oder der Mühlentag am Pfingstmontag draußen stattfinden könnten, ist es ein relativ hoher Aufwand, die geforderten Hygieneregeln einzuhalten.  

Wie kann sichergestellt werden, dass die Lockerungen auch in den Altenheimen und in der Elbland-Reha Großenhain angewendet werden, obwohl der Zutritt grundsätzlich doch verboten bleibt?

Das ist Sache des Gesundheitsamtes des Landkreises. Das müssen die Einrichtungen selbst regeln. 

Wie ist der aktuelle Stand der Corona-Erkrankten in der Stadt?

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