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Geschichte nicht abwählen

Menschen im Landkreis gedenken des Kriegsendes vor 60 Jahren.

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Von Marco Mach

Nicht nur in Berlin oder Dresden, sondern auch im Landkreis Sächsische Schweiz wurde gestern an das Kriegsende vor 60 Jahren gedacht. In Pirna folgten 50 Menschen dem Aufruf des Stadtrates und kamen am Nachmittag trotz eines starken Regengusses in den Friedenspark.

CDU-Stadtrat Peter Baldauf erinnerte an die Opfer der Konzentrationslager und der alliierten Bombardements sowie an die 15 000 Menschen, die auf dem Pirnaer Sonnenstein umgebracht wurden. Laut dem PDS-Kreisrat und Landtagsabgeordneten André Hahn tragen alle eine Verantwortung, dass so etwas wie der Zweite Weltkrieg nie wieder passiert. „Deshalb dürfen wir nicht vergessen und nicht zulassen, dass Geschichte verfälscht wird“, sagte er. Hahn redete gegen die Bestrebungen des Freistaates, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, den Geschichtsunterricht ab Klasse 9 abwählen zu können. Er forderte zudem, den Besuch der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein zum Pflichtprogramm für die Landkreis-Schüler zu machen.

Warum Jugendliche – gerade in der Sächsischen Schweiz – nach Rechts abgleiten, darauf wusste auch die 17-jährige Maria Oehm aus Rosenthal-Bielatal keine Antwort. Ein Mittel gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz ist ihrer Meinung nach der Jugendaustausch. Sie selbst besuchte erst im vergangenen Jahr mit dem Alternativen Jugend- und Kulturzentrum das polnische Walim.

Am erneuerten Denkmal in Pirna-Copitz, Schulstraße, konnte gestern erstmals seit langem auch wieder ein Kranz niedergelegt werden.