SZ +
Merken

Geschnitztes aus Büffelknochen

Aktion. Der neue Verein Power4Africa lädt ab heute drei Tage ins World Trade Center zu Vorträgen, Kultur und Kulinarischem.

Teilen
Folgen

Von Ivette Wagner

Heimat entsteht in der Fremde. Wenn man weit weg ist von dem, was einen Jahre geprägt hat. Wenn man mehr von außen dorthin blickt, wo man einst lebte. Bob Hooda ist in Tansania geboren. In den siebziger Jahren kam er nach Deutschland, nach Dresden. „Ich habe Maschinenbau studiert“, sagt er. Später verließ er die Stadt, arbeitete in anderen Orten. Seit 1993 ist sein Lebensmittelpunkt wieder Dresden. Die zweite Heimat für ihn. Die erste ist und bleibt Afrika.

Gemeinsam mit sieben Mitstreitern gründet Bob Hooda derzeit einen Verein namens Power4Africa. „Wir wollen, dass der Kontinent wieder mehr in den Mittelpunkt rückt“, sagt Bob Hooda. Schließlich schaue die ganze Welt immer wieder dorthin. Zuletzt erst wegen des Klimagipfels in Nairobi.

Typisches Handwerk

Bob Hooda will allerdings nicht gleich die komplette Menschheit für Afrika begeistern, sondern in seinem Umfeld anfangen. Ab heute veranstaltet der Verein im World Trade Center an der Freiberger Straße Afrika-Tage. Bis Mittwoch sind dort typische afrikanische Kunsthandwerksarbeiten zu sehen. Von Schnitzarbeiten aus Holz und Büffelknochen über afrikanische Trommeln, Textilien, Schmuck. Aber auch Gewürze und exotische Fruchtsäfte stehen zum Verkosten bereit. Kleine Häppchen sollen einen Einblick in die Geschmackswelt Afrikas geben. Abgerundet wird das dreitägige Programm durch mehrere Kulturveranstaltungen und Vorträge. „Wir wollen mit diesem Projekt, das wir schon zum zweiten Mal veranstalten, vor allem Anregungen geben“, sagt Bob Hooda. „Uns geht es um Völkerverständigung und vor allem darum, die Toleranz weiter zu erhöhen.“

Doch es geht um noch mehr. Bob Hooda liebt seine Heimat. „Es ist uns wichtig, dass wir klarstellen, dass Afrika nicht nur mit Konflikten gleichzusetzen ist“, sagt er. „Wir haben den Hintergedanken, bei unseren Veranstaltungen den Leuten das andere Afrika zu zeigen.“ Das Afrika mit einer atemberaubenden Landschaft, das Afrika als Kontinent, in den es sich zu investieren lohnt. „Deshalb bieten wir auch einen Workshop für Firmen an, die sich vorstellen können, in Afrika zu investieren.“ Referieren werden dann unter anderem die Botschafter von Tansania, Äthiopien und Mauritius. Mindestens zweimal im Jahr soll es Veranstaltungen wie diese geben. „Nur so können wir wirklich etwas für Afrika tun“, sagt Bob Hooda.