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Dippoldiswalde

„Gesellige Auswertungen sind verboten“

Die Corona-Krise sorgt für kuriose Bedingungen im Volleyball-Training. Beim TSV Seifersdorf dürfen nur fünf Sportler zeitgleich trainieren.

Die Blockbildung ist derzeit untersagt - auch beim Volleyball gilt die Abstandsregel.
Die Blockbildung ist derzeit untersagt - auch beim Volleyball gilt die Abstandsregel. © Egbert Kamprath

Ist das noch Sport oder schon eine Wissenschaft? Die Volleyballer des TSV Seifersdorf sind froh, endlich wieder auf dem heimischen Beachplatz in Dippoldiswalde trainieren zu können. Allerdings sind die Auflagen aufgrund der Corona-Pandemie äußerst umfangreich. Der Vorstand hat seinen Sportlern einen „Leitfaden“ an die Hand gegeben – und der hat es wahrlich in sich.

Trainiert werden darf nur mit maximal fünf Personen auf dem Beachplatz. Personen mit erhöhter Körpertemperatur und/oder Erkältungssymptomen dürfen die Sportstätte nicht betreten, ebenso jene, in deren Umfeld aktuelle Infektionen mit dem Corona-Virus aufgetreten sind. Das sind die allgemeingültigen Regeln. Zu denen gehört auch der Mindestabstand zwischen Personen von mindestens 1,50 Meter sowie das Reinigen der Trainingsgeräte nach den Übungseinheiten und das gründliche Händewaschen.

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Doch damit haben die Beachvolleyballer noch längst nicht alle „Spielregeln“ beachtet. Die Trainingspartner dürfen während einer Einheit nicht gewechselt, die Trainingsgruppe mit den fünf Sportlern innerhalb einer Woche nicht verändert werden. Trainingsspiele oder Turniere sind untersagt. Wie sollten diese auch aussehen? Es gibt eine Abstandsregel, zudem ist die Blockbildung am Netz untersagt - beim Angriffstraining müssen die anderen Sportler mindestens zwei Meter vom Netz entfernt sein. Bei anderen Trainingsarten dürfen Bälle, die zwischen zwei Sportler fallen, nicht weitergespielt werden.

Wer dennoch ins Schwitzen kommt, „sollte sich häufig die Hände waschen, spätestens nach jeder Übungsform“. Auch die Mathematiker unter den TSV-Sportlern waren gefragt: Bei 128 Quadratmetern Beach-Fläche stehen jedem Spieler die geforderten 25 Quadratmeter zu - zusätzlich ist eine notwendige Freizone von 132 Quadratmetern vorhanden.

Auf die Trainer und Übungsleiter kommen weitere Aufgaben zu. „Sie sind verantwortlich dafür, dass nur Sportler teilnehmen, die die Regeln kennen und akzeptieren“, heißt es in dem Papier. Zudem besteht Aufzeichnungspflicht, wer, mit wem trainiert hat.

Die Aufzeichnungen müssen mindestens zwei Wochen aufbewahrt werden, „so dass bei Infektionen im Umfeld eines Sportlers die anderen vier Sportler informiert werden können“. Bei Besprechungen oder Trainingsansagen muss um jeden Sportler ein Kreis von mindestens zwei Metern freigehalten werden. „Gesellige Auswertungen oder Nachbetrachtungen sind verboten!

“Wer glaubt, dass nur die DFL mit ihrer 1. und 2. Fußball-Bundesliga in der Lage ist, umfangreiche Konzepte zu erarbeiten, wird nun durch die Seifersdorfer Amateur-Sportler eines Besseren belehrt. (js)