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Gespräch mit Biologin Kareen Seiche über den Konflikt von Fledermäusen und Windkraft

Die Dresdner Diplom-Biologin Kareen Seiche befasst sich seit mehreren Jahren mit Untersuchungen zum Thema „Fledermäuse und Windenergie“. Fledermäuse und Windenergie – ist das tatsächlich ein Konfliktfeld?...

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Die Dresdner Diplom-Biologin Kareen Seiche befasst sich seit mehreren Jahren mit Untersuchungen zum Thema „Fledermäuse und Windenergie“.

Fledermäuse und Windenergie – ist das tatsächlich ein Konfliktfeld?

Meine Kollegen und ich arbeiten an einem Sondergutachten zu Fledermäusen und Windenergieanlagen (WEA). Es gibt bislang noch keine ausreichenden Erkenntnisse, über den tatsächlichen Umfang des Konfliktes. Nach unserer Studie liegt der Hauptgefährdungszeitpunkt in den Monaten Juli und August. Ende Januar 2007 wird unsere Arbeit abgeschlossen sein.

Welche Windparks im Landkreis Döbeln untersuchen Sie. Wie sind die Ergebnisse?

Der Landkreis Döbeln wurde ebenfalls in die Studie einbezogen. Hier gab es keine Totfunde von Fledermäusen unter WEA. Die untersuchten Standorte werden von uns auf Grund der Brisanz der Thematik aber nicht öffentlich gemacht.

Mussten innerhalb Ihrer Studien an anderen Standorten Totfunde registriert werden?

Ja, es gab im vergangenen Jahr 115 Totfunde. Das sind deutlich mehr tote Fledermäuse als tote Vögel unter WEA. Vor allem betroffen waren Jungtiere. Weshalb das so ist, wissen wir noch nicht. Darauf reagiert werden kann in Sachsen mit dem Abschalten der Anlagen in den Monaten Juli und August.

Zu welchen mess- und umsetzbaren Ergebnissen wird Ihre Studie der Tierwelt letztendlich verhelfen?

Aufgrund der zu erwartenden Ergebnisse wird es in Zukunft leichter sein, eine Standortoptimierung für geplante Windparks schon im Vorfeld vorzunehmen, so dass man sich nicht in erster Linie mit Rückbau auseinander setzen muss, und Konflikt mindernde Maßnahmen werden möglich sein.

Es fragte Marion Gründler