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Wo ist das Löschwasser hin?

Die Einwohner des Freitaler Ortsteils Somsdorf wünschen sich Lösungen für den leeren Teich. Jetzt war Oberbürgermeister Rumberg vor Ort.

Der Löschteich in Somsdorf scheint undicht zu sein und trocknet seit Jahren aus, berichten die Einwohner.
Der Löschteich in Somsdorf scheint undicht zu sein und trocknet seit Jahren aus, berichten die Einwohner. © Karl-Ludwig Oberthuer

Der Feuerlöschteich im Freitaler Ortsteil Somsodrf ist fast leer, seit Monaten, beobachten die Einwohner. Sie fürchten, dass im Brandfall nicht genügend Wasser zum Löschen zur Verfügung steht. Die Freitaler Stadtverwaltung sieht aber darin offenbar kein Problem: "Die Feuerwehr hat die Möglichkeit, das Löschwasser aus unterschiedlichen Feuerwehrfahrzeugen, dem Trinkwassernetz sowie einer Löschwasserzisterne zu entnehmen", sagt Stadtsprecher Matthias Weigel. Die Löschwasserversorgung sei sichergestellt. Es gäbe keinen Grund zur Sorge. 

Mit dieser Auskunft lassen sich die Somsdorfer aber kaum beruhigen. Einwohner Manfred Dittrich sagt gegenüber Sächsische.de: "Der nächste Hydrant ist etwa einen Kilometer entfernt. Die Zeit, in der die Feuerwehr-Schläuche legt, vergeht,und ein Brand kann sich in dieser Zeit ungehindert ausbreiten." Das befürchten er und andere Somsdorfer. Im Tank eines Feuerwehrwagens seinen nur 1.900 Liter Wasser. Dieses Fahrzeug steht zwar unmittelbar neben dem Löschteich im Gerätehaus, doch sei diese Wassermenge im Ernstfall ein Tropfen auf den heißen Stein.

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Ist der Löschteich undicht?

Dieser Frage geht jetzt offenbar auch Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (parteilos) persönlich nach, teilt seine Büroleiterin Katrin Reis auf Anfrage mit: "Oberbürgermeister Rumberg hat sich in der letzten Woche selbst ein Bild vor Ort vom Zustand des Feuerlöschteiches in Somsdorf gemacht", sagt sie, doch "in extrem niederschlagsarmen Monaten wird es wohl auch in Zukunft zu Wassermangel nicht nur in Flüssen und Seen kommen. Auch der Somsdorfer Löschteich wird davon in Zukunft nicht verschont bleiben, schon aufgrund des natürlichen Zulaufs." 

Lösungsvorschläge gibt es allerdings seitens der Stadtverwaltung bisher nicht. Die Löschwasserversorgung in Somsdorf sei über das Vorhalten von Löschfahrzeugen gesichert, betont die Büroleiterin erneut.

Der Löschteich in Somsdorf scheint undicht zu sein und trocknet aufgrund des fehlenden Zuflusses aus, Bärbel und Roland Geißler und Manfred Dittrich hoffen auf eine Sanierung des Teiches.
Der Löschteich in Somsdorf scheint undicht zu sein und trocknet aufgrund des fehlenden Zuflusses aus, Bärbel und Roland Geißler und Manfred Dittrich hoffen auf eine Sanierung des Teiches. © Karl-Ludwig Oberthuer

Manfred Dittrich sieht das anders und wünscht sich jetzt einen persönlichen Gesprächstermin mit dem Oberbürgermeister: "Seit 2012 gibt es nicht genügend Wasser im Teich. Das weiß auch die Feuerwehr. Vielleicht kann man die Firma, die den Teich damals saniert hat, in Regress nehmen. Seit dem läuft das Wasser ja ab", überlegt er und betont: "Ich schätze Herrn Rumburg sehr und hoffe auf seine Hilfe. In vielen der alten Häuser hier wird Stroh gelagert, es gibt viele Felder. Wenn es brennt, muss schnell gelöscht werden." Und das ginge seiner Meinung nach nur mit einem vollen Löschteich.

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2011 war der Löschteich für rund 150.000 Euro saniert worden. Seitdem versickert das Wasser den Beobachtungen der Bewohner nach regelmäßig in einer Schlammschicht. Damals seien Rasengitterplatten in den Teich gelegt und der Rand begrünt worden. "Man hätte meiner Meinung nach Folie verschweißen sollen, wie das üblich ist. Dann würde das Wasser auch nicht versickern", sagt Manfred Dittrich.

Er und die rund 700 Einwohner von Somsdorf hoffen nun auf die Hilfe der Stadt, damit der Teich erneut saniert wird und danach dicht bleibt.

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