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Neuer Krankenkassen-Service in Kottmar

Krankenscheine und andere Dokumente müssen nicht mehr per Post verschickt werden. Dafür hat Sachsen drei Millionen Euro locker gemacht.

Der neue Gesundheitsterminal im Gemeindeamt in Eibau.
Der neue Gesundheitsterminal im Gemeindeamt in Eibau. © Matthias Weber/photoweber.de

Kerstin Höhne schiebt die IKK-Krankenkarte in das Lesegerät. Auf dem Bildschirm erscheinen Name, Adresse und Geburtsdatum. Jetzt kann Frau Höhne ihren Krankenschein auf die Mattscheibe legen, er wird gescannt und an die Krankenkasse übermittelt. 

Die Hauptamtsleiterin der Gemeinde Kottmar führt im Gemeindeamt den neuen Gesundheitsterminal vor. Hier können Kunden jetzt die Kommunikation mit ihrer Krankenkasse erledigen, müssen keine Krankenscheine oder andere Unterlagen mehr per Post verschicken und können Daten einsehen. Auch an den Arbeitgeber kann man über das Gerät Krankenscheine versenden. Der Terminal ist sogar mit einer Kamera ausgestattet. "Damit man ein neues Foto für die Gesundheitskarte aufnehmen und ebenfalls direkt an die Krankenkasse senden kann", erklärt Frau Höhne. Allerdings können das alles vorerst nur Versicherte der DAK und der IKK nutzen. 

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Krankenschein digital übermitteln

Ziel und Ansinnen des Sächsischen Sozialministeriums war es eigentlich, ein System zu schaffen, das Kunden aller Krankenkassen nutzen können. Bislang machen aber nur DAK und IKK mit. Wer dort krankenversichert ist, kann den Terminal im Eibauer Gemeindeamt nutzen, um Krankenscheine und andere Dokumente zu übermitteln.

Für alle anderen gibt es aber hilfreiche Informationen rund um die Gesundheit. So sind zum Beispiel aktuelle Infos zum Thema Corona abrufbar, ebenso wie der Impfkalender oder ein Allergiekalender. Außerdem kann nach Ärzten in der Umgebung gesucht werden. Patienten können sich auch Diagnosen übersetzen lassen und so erfahren, was sich hinter den Abkürzungen verbirgt, die der Arzt auf dem Krankenschein vermerkt. 

"Vieles davon kann man natürlich heutzutage auch im Internet nachlesen", sagt Kerstin Höhne. Gerade ältere Einwohner haben aber womöglich keinen Computer oder Internetzugang zu Hause. Da sei der Gesundheitsterminal ein praktisches Angebot. 

Gemeinde hat kaum Kosten

Die Gemeinde kostet das nichts. Sie musste lediglich den Platz für das Gerät bereitstellen und übernimmt die Stromkosten, die der Terminal verbraucht. Da es sich um ein Förderprojekt handelt, sind Aufstellung, Betrieb, Aktualisierung und Wartung für die Kommune kostenfrei. Der Freistaat hat die Einführung der Gesundheitsterminals mit knapp drei Millionen Euro unterstützt. Begonnen wurde damit in Sachsen bereits vor zwei Jahren. Mit dem Förderprojekt soll die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorangetrieben werden, informiert die Deutsche Gesellschaft für Infrastruktur und Versorgungsmanagement (DeGiv). 

Sie hat den Gesundheitsterminal entwickelt, vertreibt ihn und sucht nach geeigneten Standorten. Im Kreis Görlitz gibt es mit dem Eibauer jetzt insgesamt sieben solcher Terminals. Die meisten davon sind im Südkreis: in Oderwitz, Zittau und Löbau in Apotheken, in Oybin ebenfalls im Gemeindeamt. Auch in Niesky und Görlitz gibt es Gesundheitsterminals. Sachsenweit stehen aktuell 139 Terminals zur Verfügung.  

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Wie das neue Angebot in Eibau angenommen wird, muss sich erst noch zeigen. "Kurz nachdem das Gerät bei uns aufgestellt worden ist, kam Corona und wir mussten das Gemeindeamt schließen", so Kerstin Höhne. Inzwischen ist der Besucherverkehr wieder angelaufen. 

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