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Geteilter Landkreis nach der Landtagswahl

Zwei CDU-Abgeordnete können ihr Mandat im Sächsischen Landtag verteidigen, zwei nicht. Gewinner ist die AfD.

© Andreas Weihs

Die politische Landschaft im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist seit dem Wahlsonntag zweigeteilt. Die Kandidaten von CDU und AfD lieferten sich einen Kampf um die Vorherrschaft. Alle anderen Bewerber spielten nur eine untergeordnete Rolle. Die Fakten.

Roland Wöller und Andrea Dombois (CDU) verteidigen ihre Direktmandate

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Im ehemaligen Weißeritzkreis haben Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) und Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois (CDU) ihre Direktmandate verteidigt. Allerdings nicht mehr mit so großen Stimmenanteilen wie vor fünf Jahren. Wöller bekam diesmal 38,5 Prozent (2014: 45,1 Prozent), Dombois nur noch 34 Prozent (2014: 46,8 Prozent). Um ein Haar hätte Dombois ihr Direktmandat verloren. Sie bekam exakt 98 Stimmen mehr als ihr Herausforderer André Barth von der AfD. Wöllers AfD-Konkurrent, Norbert Otto Mayer, brachte es auf 31,7 Prozent. Barth und Mayer ziehen aber offenbar über die AfD-Landesliste in den Landtag ein.

Ivo Teichmann und Jan-Oliver Zwerg (AfD) holen Direktmandate

Die beiden langjährigen CDU-Abgeordneten Jens Michel aus Lohmen und Oliver Wehner aus Liebstadt sitzen nicht mehr im Sächsischen Landtag. Ihnen haben zwei AfD-Bewerber die Sitze abgejagt: Ivo Teichmann aus Königstein und Jan-Oliver Zwerg aus Freital. Wehner scheiterte auf der ganzen Linie. Zum Redaktionsschluss betrug sein Rückstand auf Zwerg über sieben Prozent. Der hatte zum Schluss 35 Prozent. Michel holte zwar Königstein und Stolpen, das reichte aber nicht – Teichmann hatte vier Prozent mehr, nämlich 37 Prozent.

Linke-Abgeordnete Richter und Meiwald verlieren ihre Sitze im Landtag

Lutz Richter aus Pirna und Uta-Verena Meiwald aus Kesselsdorf saßen bisher für die Linkspartei im Landesparlament – reingekommen waren sie über Listenplätze. Die Linke gehört aber zu den Wahlverlierern, ihre Fraktion ist künftig nur noch halb so groß. Die beiden sind mangels guter Listenplätze raus. Beide machen aber unter anderem im Pirnaer Kreistag weiter Politik.

SPD-Frau Dagmar Neukirch schafft es dank ihres guten Listenplatzes

Zwar gehört die SPD auch zu den Wahlverlierern, so büßt die Landtagsfraktion fast die Hälfte ihrer Größe ein. Dennoch gelingt Dagmar Neukirch aus Dresden, Direktkandidatin im Wahlkreis Osterzgebirge/Bannewitz/Kreischa, der Wiedereinzug in den Landtag. Sie stand auf Platz 6 der SPD-Landesliste. Als Direktkandidatin bekam sie nur 4,4 Prozent.

Achtungserfolg für einen Bürgermeister und einen DJ von den Freien Wählern

Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) wollte es zur Landtagswahl wissen und bewarb sich für die neue Freie-Wähler-Partei um ein Direktmandat. Er bekam aus dem Stand 11,8 Prozent – ein Achtungserfolg. Seine Heimatgemeinde ging allerdings klar an die AfD. Der Kesselsdorfer Andreas Hofmann, Kreischef der Freien Wähler, besser bekannt als DJ Happy Vibes, konnte wiederum 8,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

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