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Geteiltes Vierkirchen

Die Meinungen über eine Fusion mit Waldhufen gehen in den Dörfern auseinander.

Von Anja Hecking

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Eine Fusion mit Waldhufen bleibt im Moment aussichtslos. Das, was die Gemeinderäte aus Vierkirchen so schon wussten, wird in der Bevölkerung diskutiert. Von Ort zu Ort ist das aber in der Gemeinde und abhängig von den Interessen und Erfahrungen der Bürger sehr unterschiedlich. Das hat jetzt auch eine Befragung der SZ ergeben. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse.

Ergebnis eins: Fusion kein Thema, kein Interesse oder Politikverdrossenheit

Für einen Teil der Bevölkerung ist eine Fusion kein Thema. „Das wird weder in unserer Familie diskutiert noch im Bekanntenkreis“, sagt ein älterer Herr in Arnsdorf. Es würde ganz andere Sorgen geben, ergänzt eine Seniorin. Die Schlaglöcher auf der Straße müssten repariert oder die Bank vor den Mehrfamilienhäusern gestrichen werden, sagt sie. Eine neue Gemeinde mit Waldhufen wäre ihr zu groß. Auch im Friseursalon in Buchholz wird kaum über eine Gemeindefusion diskutiert. Die Leute machten sich vielmehr Gedanken um einen neuen Bürgermeister, sagt Geschäftsinhaberin Ivonne Schönherr. Horst Brückner, bisher ehrenamtlicher Bürgermeister von Waldhufen und Vierkirchen, muss eine Gemeinde abgeben. Der Gesetzgeber will das so, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Am 7. Juni wird gewählt. Brückner, der in Thiemendorf lebt, wird für Waldhufen antreten. Für Vierkirchen ist bisher kein Kandidat bekannt. Es mache sich aber auch Politikverdrossenheit in der Bevölkerung breit, sagt Friedbert Lindner aus Arnsdorf zum Thema Gemeindefusion. Der Unternehmer weiß, dass viele Bürger das Gefühl haben, gar nichts mitbestimmen und ändern zu können.

Ergebnis zwei: Besonders in Arnsdorf tendieren Bürger zu Waldhufen-Ehe

Lindner hat zur Fusion eine klare Meinung. Er tendiere als Arnsdorfer zu Waldhufen, weil es viele Bindungen geben würde. Nieder Seifersdorf liegt unmittelbar neben Arnsdorf. Da seien die Kirchgemeinden, die gemeinsame Grundschule, der Fußballverein. Negative Erfahrungen mit den Behörden in Reichenbach oder Nachteile durch die Verwaltungsgemeinschaft haben befragte Passanten in Arnsdorf und Melaune bisher nicht gemacht. Dennoch äußern viele das Gefühl, „das fünfte Rad“ zu sein. Sie erhoffen sich mehr von einer Fusion mit Waldhufen. Auch die Eingemeindung von Sohland nach Reichenbach vor einem Jahr haben viele Vierkirchener verfolgt, wie sich in den Gesprächen herausstellt.

Ergebnis drei: Für Buchholz und Tetta liegt Waldhufen zu weit weg

In Buchholz und Tetta sieht das Stimmungsbild schon wieder ganz anders aus. Hier können sich viele Bürger einen Zusammenschluss mit Waldhufen nicht vorstellen, bestätigt Ivonne Schönherr, die Inhaberin des Friseursalons. Buchholz liegt nah an Weißenberg und es gibt Bindungen nach Gebelzig. Ein Mann schimpft sogar auf den gemeinsamen Bauhof von Vierkirchen und Waldhufen. Er habe den Eindruck gewonnen, dass Buchholz seitdem fast vergessen werde.

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