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Getränke-Mierisch will Freitaler Stadtbier brauen

Der Familienbetrieb feiert 25. Geburtstag. Zeit, etwas Neues zu wagen, findet der Inhaber.

© Frank Baldauf

Von Jane Jannke

25 Jahre am Ort – in Zeiten von Vollsortiment-Supermärkten und Discountern fast schon eine Sensation für einen kleinen Einzelhändler. Alexander Frenzel ist gelungen, woran mancher vor ihm scheiterte: Er hat den Getränkehandel seines Großvaters Christian Mierisch auch nach der Staffelstabübergabe durch den Senior 2013 erfolgreich am Markt gehalten und weiter ausgebaut. Nun heißt es auf das Vierteljahrhundert anstoßen – den passenden Tropfen dazu hat Frenzel im eigenen Regal.

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1963 gründet der Großvater auf dem Grundstück Am Dorfplatz 20 in Niederhäslich ein Gütertaxi-Unternehmen und rettet es über die SED-Verstaatlichungswellen hinweg. Nach der Wende wird aus den drei Garagen ein Getränkehandel. Bis vor zwei Jahren führt der Senior selbst die Geschäfte, dann übernimmt der Enkel, der für die Bürgerfraktion im Freitaler Stadtrat sitzt. Den alten Firmennamen hat er beibehalten. „Der hat Tradition, und die Fortführung ist auch fair meinem Großvater gegenüber.“ Dass er das Ruder übernehmen würde, habe von vornherein festgestanden, sagt Frenzel, der seit 2003 im Unternehmen beschäftigt ist.

Beim klassischen Getränkesortiment will es der 32-Jährige aber nicht belassen. Er nimmt Weine und Spirituosen ins Portfolio auf, setzt zunehmend auf alternative Absatzwege übers Internet. „Der Trend geht einfach dort hin“, sagt der Geschäftsmann. Was ursprünglich fürs Weingeschäft angedacht war, funktioniert schon jetzt auch bei Bier und Limo gut.

Nach den Überlebenschancen für kleine Händler im heutigen Konsumzeitalter gefragt, wird Frenzel ernster. Getränkeverkauf alleine bringe es nicht mehr. „Das funktioniert in unserem zweiten Laden in Dresden ganz gut, aber in einer kleinen Stadt wie Freital wäre das nichts.“ Groß- und Stammkunden und der angeschlossene Partyservice sichern als weitere Standbeine die Existenz mit ab.

„Zuletzt konnten wir unsere Umsätze sogar steigern“, berichtet Frenzel stolz. Für den 32-Jährigen eine Situation, die zum Träumen anregt. Mittlerweile sind aus den Träumen konkrete Pläne erwachsen. Frenzel plant etwas, das es in Freital seit der Wende nicht mehr gegeben hat.

„Unter Kollegen haben wir immer davon gesprochen, dass wir nach 25 Jahren wachsen, etwas Neues probieren müssten.“ Und genau das hat Frenzel nun vor. Auf dem Grundstück am Dorfplatz will er noch in diesem Jahr eine eigene Hausbrauerei aufbauen.

Das Vorhaben wird nicht ohne Folgen bleiben. Deutliche Umstrukturierungen auf dem Firmenareal sind dafür erforderlich. Wo sich derzeit noch die Verkaufsräume befinden, sollen Kessel- und Sudhaus einziehen. Ein Teil des Ladens wird zudem abgetrennt und dem benachbarten Schankraum zugeschlagen, in dem Frenzel Frühschoppen anbietet. Und wohin mit dem Getränkehandel? „Dafür bauen wir komplett neu“, sagt der Inhaber. Rund 150 000 Euro will er für seinen Traum von der Wiederbelebung der Freitaler Brautradition investieren. Für den Neubau müssen allerdings die Eulen und Käuze weichen, die Frenzels Großvater bislang in Volieren auf dem Grundstück hält. Für sie sucht der Enkel derzeit geeignete Abnehmer. Ehe mit Um- und Neubau begonnen werden kann, wird am kommenden Sonnabend und Sonntag aber erst mal groß gefeiert – mit Tanz in den Mai und Frühschoppen.