SZ +
Merken

Getreidezug rollt wieder

Mehr als 20 Waggons mit Weizen und weiteren Getreidesorten sind auf der teilsanierten Strecke Riesa-Nossen unterwegs gewesen.

Teilen
Folgen

Von Dieter Hanke

Zwei Getreidezüge sind dieser Tage von Starbach nach Nossen gerollt und dann weiter nach Roßwein und Döbeln in Richtung Ostsee. „Das Getreide ist für den Export bestimmt“, sagt Eckhart Sauter, Geschäftsführer der Nossen-Riesaer Eisenbahn-Compagnie (NRE). Insgesamt sind es 23 Waggons mit etwa 1 300 Tonnen Getreide wie Weizen und andere Sorten. „Mit dem Eisenbahn-Transport werden Fahrten von 100 Lastkraftwagen eingespart“, bemerkt der 46-jährige Geschäftsführer.

Es sind nun bereits fast zehn Eisenbahn-Transporte seit dem Auftakt vor mehr als anderthalb Jahren. Damals rollte nach längerer Stilllegung der Bahnstrecke Riesa-Nossen dort das erste Mal wieder ein Güterzug im drei Kilometer langen Abschnitt von Starbach nach Bodenbach (DA berichtete). Die Nossen-Riesaer Eisenbahn-Compagnie, die seit Januar 2014 Gleise, Weichen und weitere Anlagen der Eisenbahn-Infrastruktur auf der Strecke Riesa-Nossen von der Deutschen Bahn gepachtet hatte, schickte zum Auftakt 24 Waggons mit Getreide auf die Reise zur Ostseeküste. Weitere sind geplant.

Die Eisenbahnstrecke Nossen-Riesa war mehr als zwölf Jahre stillgelegt. Bereits 1998 hatte die DB Netz AG aus wirtschaftlichen Gründen den Personenverkehr auf dieser Linie eingestellt, später fuhren nur noch wenige Güterzüge. Sauter will diese insgesamt 32 Kilometer lange Strecke wieder beleben. Für eine fünfstellige Summe im Jahr hat die NRE diese Linie von der Deutschen Bahn gepachtet, auch mit einer Option auf einen späteren Kauf.

Allein im etwa drei Kilometer langen Abschnitt von Starbach nach Bodenbach zum Tanklager musste die Gesellschaft 250 marode Schwellen austauschen und die zugewucherte Strecke freischneiden. Dabei halfen etliche Freiwillige, darunter auch Fans großer und kleiner Bahnen aus Roßwein. 50 Tonnen neuer Schotter stabilisieren jetzt den Bahnkörper. Zurzeit sind NRE-Helfer im Bereich Oberstößwitz dabei, die Infrastruktur der Strecke zu modernisieren. So werden auch hier defekte Schwellen ausgetauscht und Anlagen von Wildwuchs befreit.

Auch touristische Fahrten sind auf dieser Strecke vorgesehen. Die Zossener Erlebnisbahn will dort in Kürze einen Draisinenverkehr einrichten.