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Gewerkschaft und Birkenstock im Streit

Die Geschäftsführung des Görlitzer Werkes soll der IG Metall den Zutritt zum Betrieb verwehrt haben. Der Schuhhersteller sieht das allerdings ganz anders.

Gespräch vor dem Werkstor: Die Betriebsräte des Görlitzer Birkenstock-Werkes trafen sich mit Jan Otto (rechts) und Irene Schulz (5. von links) von der IG Metall.
Gespräch vor dem Werkstor: Die Betriebsräte des Görlitzer Birkenstock-Werkes trafen sich mit Jan Otto (rechts) und Irene Schulz (5. von links) von der IG Metall. © Foto: IG Metall

Die Pressemitteilung ist deutlich: "Birkenstock verweigert IG Metall Zugang zum Betrieb". Konkret geht es um einem Besuch am Freitag, bei dem Irene Schulz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Gewerkschaft auf Bundesebene und Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen, keine Werksführung in Görlitz angeboten worden sei und auch ein Treffen mit den Betriebsräten auf Nachfrage nicht in der Kantine habe stattfinden dürfen. Frau Schulz befindet sich derzeit auf Tour durch die Region und wollte sich ein Bild von den Arbeitsbedingungen machen, hieß es auf SZ-Nachfrage. Der Besuch sei über den Betriebsrat angemeldet worden. Vor Ort hieß es dann aber, dass nur ein Vertreter einen Rundgang erhalten könne. Auch mit der Geschäftsführung sei kein Gespräch möglich gewesen. Daraufhin hat sich die Gewerkschaft vor den Werkstoren mit den Betriebsräten unterhalten.

Birkenstock-Sprecher Jochen Gutzy weist die Vorwürfe der Gewerkschaft zurück: Man habe den Zutritt für die Gewerkschafter nicht verweigert. Allerdings habe der Betriebsrat zunächst den Besuch eines Gewerkschaftsvertreters zu einer Sondersitzung angekündigt, später diese Anfrage ohne Angaben von Gründen auf drei Personen erweitert. Eine Rückfrage der Werksleitung, zu welchem Zwecke dies dienen solle, blieb unbeantwortet, erklärte Gutzy. Somit habe die IG Metall bewusst darauf verzichtet, den gewünschten Zugang zu erhalten. Der Sprecher betonte zudem, dass ein IG Metall-Vertreter jederzeit willkommen sei - und zwar ohne Betriebsratsbeschluss - was eigentlich für diesen Vorgang rechtlich notwendig wäre.

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Birkenstock habe zudem die Wahl der Betriebsräte sowohl an den Standorten Bernstadt und Görlitz unterstützt und keinesfalls, wie die Gewerkschaft teilweise behauptet, dies verhindern wollen. Dass es zu Komplikationen in dem Verfahren im Görlitzer Werk bei der Anmeldung gekommen sei, habe nicht an Birkenstock gelegen.

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