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Gewinner und Verlierer

Erstmals in diesem Jahr durften die Meißner Geschäfte am Sonntag öffnen. Die Bilanz der Händler fällt gemischt aus.

© hübschmann

Von Karin Domann

Kirmesflair auf Markt und Heinrichsplatz: Imbissbuden und Getränkestände dominieren am Wochenende die Szenerie in der Meißner Altstadt. Silvia Vogel, Chefin des Modehauses Fischer am Markt, hätte sich allerdings einen attraktiveren Standmix gewünscht: „Was mir hier fehlt, sind Marktstände mit einem hochwertigeren Angebot“, meint die quirlige Modeexpertin. Ihrer Meinung nach würde das auch mehr kaufkräftige Kundschaft nach Meißen ziehen. Trotzdem kann man sich bei Fischers nicht beklagen. Stammkundinnen und Touristinnen, darunter auch aus Halle und Dresden, nutzen die verlängerten Einkaufszeiten, um sich in aller Ruhe bei einem Gläschen Sekt und professioneller Beratung mit neuer Frühjahrsmode einzudecken.

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

In der Meißener Buchhandlung von Steffi Kraus und Nicole Weiß Am Markt 7 herrscht zeitweise reges Treiben. Die Kunden nutzen die langen Öffnungszeiten, um entspannt in Büchern zu stöbern oder sich über Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt zu informieren. Ob das verkaufsoffene Wochenende auch für guten Umsatz gesorgt hat, war dem freundlichen Personal jedoch nicht zu entlocken.

Direkt vor dem Rathaus lenken wie gemalt wirkende Birnen und Orangen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. „Mann, die sind ja so groß wie Tischtennisbälle“, entfährt es einer aus dem Berliner Raum stammenden Touristin beim Anblick der feilgebotenen Weintrauben. Als sie allerdings die Preise sieht, nimmt sie Abstand vom Erwerb der Bilderbuchfrüchte und dreht enttäuscht ab.

Auch in der Burgstraße laufen in vielen Läden die Geschäfte recht gut. Davon kann sich Uwe Reichel, Vorsitzender des Meißner Gewerbevereins, persönlich ein Bild machen. Freundlich wird er von Christine Schröter, Inhaberin der Boutique „Mode-Impressionen“ begrüßt. Sie berichtet, dass sie im Vorfeld ihre Kundinnen per E-Mail und SMS über das verkaufsoffene Wochenende informiert hat.

Thomas Margenberg, Chef des Pelzhauses Hempel, ist zufrieden mit seinen Umsätzen. Auch er hat das verkaufsoffene Wochenende bei seinen Kunden aktiv beworben. So viel Eigeninitiative würde sich Reichel von allen Meißner Gewerbetreibenden wünschen. „Leider schaffen es manche Händler nicht, ihr Geschäft erfolgreich zu positionieren“, erklärt der Dreiundvierzigjährige, der unermüdlich für die Interessen der Meißner Gewerbetreibenden unterwegs ist.

So gibt es Geschäfte in der Altstadt, denen man nicht ansieht, dass sie geöffnet sind. Mangels Zulauf machen sie lange vor 18 Uhr dicht und am Sonntag erst gar nicht wieder auf. Uwe Reichel findet das bedauerlich.

In den Neumarktarkaden dagegen herrscht Volksfeststimmung. Livemusik und Modenschauen locken die Besucher in Scharen. Marko Fritzsche, Geschäftsführer von Medimax und Vorsitzender der Werbegemeinschaft Neumarkt-Arkaden freut sich: „Wir haben die Geburtstagsparty für unser Shopping-Center auf dieses verkaufsoffene Wochenende gelegt. Unsere Rechnung ist voll aufgegangen.“ Bei Medimax und vielen anderen Geschäften in den Arkaden klingeln die Kassen am Wochenende besonders häufig.

Ganz anders die Situation in der Neugasse. Hier herrscht die sprichwörtliche „Tote Hose.“ Kaum ein Geschäft ist geöffnet. „Das liegt auch daran, dass viele Läden wegen der Flut aufgeben mussten und die Gegend auf Besucher derzeit nicht besonders anziehend wirkt“, erklärt Uwe Reichel.

Dann zieht der Vorsitzende des Gewerbevereins Bilanz. In seinen Augen haben viele Geschäfte alles richtig gemacht. Aber er sieht noch Luft nach oben: „Um sich an so einem verkaufsoffenen Wochenende neben Riesa, Großenhain und Dresden durchsetzen zu können, sollten wir uns als Händlergemeinschaft einheitlich präsentieren und noch mehr an den Kundenbedürfnissen ausrichten.“

Das nächste verkaufsoffene Wochenende in Meißen ist anlässlich des Töpfermarkts geplant. Der findet am 17. und 18. Mai statt.