SZ +
Merken

Gewonnene Häsin war Grundlage für neue Zucht

Cunewalde. Seit 40 Jahren hält sich Günter Bittrich Rassekaninchen. Einige Tiere präsentiert er an diesem Wochenende bei der Schau seines Vereins.

Teilen
Folgen

Von Katja Schäfer

Es sind vor allem die kleinen Rassen, die es Günter Bittrich angetan haben. In den Kaninchenställen hinter seinem Haus hoppeln zwölf Zwerg-Rexe. Davor scharren Zwerghühner. Seit über 40 Jahren züchtet der Cunewalder schon Kaninchen. „Ich bin zu Hause mit Tieren aufgewachsen. Und durch das Grundstück ist ja die Futtergrundlage da“, nennt er seine Beweggründe und schmunzelt: „Jeder hat eben seins. Der eine geht jedes Wochenende auf den Sportplatz, der andere züchtet Tiere“.

Lange Zeit hielt Günter Bittrich, in dessen Wohnzimmer zahlreiche Pokale von seiner erfolgreichen Züchtertätigkeit künden, die Kaninchenrasse Kleinchinchilla. Doch im letzten Jahr hatte er „ziemliches Pech“ damit, die Tiere gingen ein. So baute der 71-Jährige mit einer Zwerghäsin, die sein Enkelsohn bei einer Ausstellung gewonnen hatte, eine neue Zucht auf. Die Ergebnisse präsentiert er jetzt bei einer Geflügel- und Kaninchenschau, die am Wochenende in Cunewalde zu sehen ist. Gestaltet wird sie von den Rassegeflügelzüchtervereinen Cunewalde und Oppach sowie dem Rassekaninchenzüchterverein S 87 Cunewalde, dessen Vorsitzender Günter Bittrich ist. Die 24 Mitglieder zeigen dabei 115 Kaninchen in 17 Rassen und Farbschlägen.

„Die Ausstellung ist für uns der kulturelle Höhepunkt im Jahr“, erklärt der Vorsitzende und fügt an: „Sie ist aber auch die Finanzierungsgrundlage für den Verein“. Schließlich will das Züchterheim bewirtschaftet sein, das die Mitglieder Anfang der 70er Jahre selbst gebaut haben. Dort trifft sich der Verein, der 2007 auf sein 115-jähriges Bestehen zurückblicken kann, an jedem dritten Freitag im Monat. Dann geht es sowohl um organisatorische als auch um Fachfragen. Ab und zu schaut man sich gemeinsam spezielle Videos an; zum Beispiel mit Rassebesprechungen.

Doch auch wenn Günter Bittrich die Kleintierzucht sehr ernst nimmt, sagt er: „Es ist ein Hobby und muss eine Nebenbeschäftigung bleiben“. Schließlich gibt es in Haus und Grundstück für den Rentner allerhand zu tun. Seine Frau zieht bei der Kaninchen und Hühnerpflege mit, obwohl ihr eigenes Hobby die Blumen sind. „Als ich voriges Jahr einen Herzinfarkt hatte und acht Wochen lang nicht da war, hat sie die Tiere allein versorgt“, ist Günter Bittrich dankbar. Wenn das Ehepaar mal ein paar Tage verreist, übernimmt die mit im Haus lebende Tochter die Kaninchen- und Hühnerpflege.

Die Geflügel- und Kaninchenschau ist im Züchterheim zwischen „Deutschem Haus“ und Kirche sowie in der ehemaligen Kegelbahn daneben zu sehen. Geöffnet ist Freitag 13 bis 18 Uhr, Sonnabend 9 bis 18 Uhr und Sonntag 8 bis 17 Uhr (die Kaninchenschau Sonnabend ab 13 Uhr). Erwachsene zahlen für beide Schauen zusammen zwei Euro Eintritt, Kinder ab zehn Jahren 50 Cent.