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Gewürgt, getreten – und nun verlobt?

Ein Fall von häuslicher Gewalt beschäftigt das Bautzener Amtsgericht. Nun sollte das Opfer aussagen – und verkündete Überraschendes.

Ein Mann soll seine Freundin in Bautzen gewürgt, getreten und verletzt haben. Jetzt befasst sich das Amtsgericht mit der Angelegenheit.
Ein Mann soll seine Freundin in Bautzen gewürgt, getreten und verletzt haben. Jetzt befasst sich das Amtsgericht mit der Angelegenheit. © Symbolfoto: dpa

Bautzen. Ein Fall von häuslicher Gewalt beschäftigt derzeit das Bautzener Amtsgericht: Es war etwa fünf Uhr in der Früh, als ein 26-Jähriger im Oktober 2019 in einer Wohnung in Bautzen seine Ex-Lebensgefährtin aufs Bett geworfen haben soll. So sehr soll er sie dort am Hals gewürgt haben, dass sie keine Luft mehr bekam, sich auf die Lippe biss. Die Frau soll mehrere Einblutungen erlitten haben. Und dabei blieb es nicht: Etwa zwei Stunden später soll der Mann die Frau durch die Wohnung geschubst haben. Die Frau soll zu Boden gestürzt sein – für den Mann laut Anklageschrift kein Grund, von ihr abzulassen. Zweimal soll er ihr gegen die Hüfte getreten haben.

Gefährliche Körperverletzung wirft das Amtsgericht dem Mann, der mittlerweile in Neusalza-Spremberg lebt, deshalb vor. Schon zweimal sollte verhandelt werden. Beim ersten Prozesstermin erschien der Mann gar nicht erst. Zum zweiten Termin kam er – in Begleitung.

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Angeklagter und Opfer sind wieder ein Paar

Der Angeklagte tauchte gemeinsam mit der Frau auf, die er angegriffen haben soll. Und noch mehr: Die beiden haben, so das Gericht, verkündet, nun verlobt zu sein. „Die Geschädigte hat deshalb von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht“, teilt Amtsgerichtsdirektor Markus Kadenbach mit.

Kommt der Mann also glimpflich davon? Der Prozess wird dennoch fortgesetzt, teilt das Gericht mit. Bei der angeklagten gefährlichen Körperverletzung handelt es sich um ein Offizialdelikt; also ein Delikt, dem die Staatsanwaltschaft auch ohne Strafantrag nachgeht. Als Zeugin soll nun eine Bewährungshelferin befragt werden, der der Angeklagte von der Tat berichtet haben soll. 

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