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Bald öfter Markt auf der Bahnhofstraße?

Am Samstag werden in Radebeul wieder Stände aufgebaut. Jetzt kommt es darauf an, wie viele Radebeuler das Angebot nutzen.

Korbmacher Detlef Gedrange aus Pirna gehörte zu den Händlern, die beim ersten Markt mit dabei waren.
Korbmacher Detlef Gedrange aus Pirna gehörte zu den Händlern, die beim ersten Markt mit dabei waren. © Norbert Millauer

So eine schöne Atmosphäre wie zum Frischemarkt vor vier Wochen gab es lange nicht auf der Bahnhofstraße. Abgeriegelt für den Durchgangsverkehr, wurde die Straße für einige Stunden am Samstag zum Treffpunkt der Radebeuler. Man bummelte, kaufte ein, kam ins Quatschen. Stände mit Tee und Gewürzen, Käseprodukten, Pflanzen, Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, aber auch ein Korbmacher, Bürsten- und Keramikhersteller sorgten für ein buntes Angebot. Bitte mehr davon, war von vielen zu hören, die hoffen, dass es bald dauerhaft einen Wochenmarkt auf der Bahnhofstraße geben wird.

An diesem Samstag ist die erste Wiederholung geplant. Von 9 bis 14 Uhr öffnet der Markt erneut für die Besucher. Noch ist es ein Testlauf: Es muss sich zeigen, wie viele Radebeuler das Angebot tatsächlich nutzen. Denn leicht wird es nicht, einen neuen Markt zu etablieren. Dafür müssen potenzielle Händler davon überzeugt werden, dass es sich lohnt, auf die Bahnhofstraße zu kommen. In der Regel haben die Verkäufer schon ihre festen Zeiten und Stellplätze auf anderen Märkten, in anderen Städten. Die aufgeben oder zusätzliches Personal für einen weiteren Stand einstellen, das macht nur, wer einen finanziellen Nutzen davon hat. Stimmen die Einnahmen nicht, werden langfristig keine Händler kommen. „Es wird nur funktionieren, wenn sie merken, dass hier etwas los ist und sie gute Umsätze machen können“, sagt Stadtteilmanagerin Astrid Hadan, die die Organisation des zweiten Frischemarktes übernommen hat.

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Schwere Suche nach Händlern

Denn auch, wenn vielen der Markt vor vier Wochen gefallen hat und manche Händler – vor allem mit Obst- und Gemüseangebot – schon gegen Mittag so gut wie ausverkauft waren, gab es auch andere, die mit den Einnahmen nicht zufrieden waren. Manche sind deshalb beim zweiten Mal schon gar nicht mehr mit dabei. Das finde sie zwar sehr schade, schon nach dem allerersten Versuch abzubrechen, sagt Hadan. Ändern kann es die Stadtteilmanagerin aber nicht. „Ich kämpfe wirklich darum, Händler zu gewinnen. Beim letzten Mal haben die Besucher den Markt sichtlich genossen.“

Im Moment bemühe sie sich gemeinsam mit der Kultur- und Werbegilde Kötzschenbroda, auch im August weitere Markttermine absichern zu können. Ob es danach noch weitergeht, sei schlussendlich eine finanzielle Frage. „Im Moment kostet der Markt noch mehr, als er einbringt“, sagt Hadan.

Cornelia Bielig, Radebeuls Verantwortliche für Feste und Märkte, bestätigt, dass die Kosten beispielsweise für die Straßensperrung derzeit nicht gedeckt werden. Für einen regelmäßigen Markt fehlten noch die finanziellen Voraussetzungen, sagt sie. Bevor es einen Wochenmarkt wie auf der Hauptstraße in Radebeul-Ost geben könne, soll aber weiter getestet werden, die das Angebot auf der Bahnhofstraße auch im Laufe des Jahres angenommen wird. „Bei schönem Wetter läuft es immer besser“, gibt Bielig zu bedenken.

Auch diesen Samstag wird Akkordeonspieler Frank Deutscher für musikalische Unterhaltung am Bürgertreff sorgen.
Auch diesen Samstag wird Akkordeonspieler Frank Deutscher für musikalische Unterhaltung am Bürgertreff sorgen. © Norbert Millauer

Bisher zu wenig Werbung gemacht

„Das Problem ist, dass die meisten Leute noch gar nichts von dem Markt wissen“, sagt Gudrun Ast von der gleichnamigen Parfümerie auf der Bahnhofstraße. Ihr berichteten viele Kunden, dass sie vom ersten Markt nichts mitbekommen hatten. „Natürlich braucht es erst einen Anlauf, aber dafür muss es auch gut beworben werden“, sagt die Geschäftsfrau. Und genau das laufe vonseiten der Stadt im Moment noch sehr schlecht. „Wenn ich im Geschäft eine Aktion plane, kündige ich das mehrere Wochen vorher an, damit die Leute aufmerksam werden. Das müsste bei dem Markt auch passieren.“ Die Parfümerie hatte beispielsweise vorgeschlagen, ein Plakat, auf dem der Markt angepriesen wird, aufzuhängen. Das sei leider nicht passiert, sagt Gudrun Ast.

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 In ihrem eigenen Schaufenster machte sie deshalb für den kommenden Samstag Werbung. Denn auch für die Geschäfte auf der Einkaufsstraße bringt der Markt Zulauf. „Das tut der Straße einfach gut“, findet die Händlerin, die am Samstag extra länger öffnet und selbst mit einem Stand nach draußen kommt und Seife anbietet. „Viele Radebeuler haben mir erzählt , dass sie sogar gerne ihren Wocheneinkauf auf dem Markt machen würden.“

Zusätzlich zu den Ständen soll am Samstag auch der Bürgertreff wiederbelebt werden. Dort wird es ein Tanzcafé mit Livemusik geben.

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