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Gießerei exportiert bis nach Amerika und China

Geschäftsführer Andreas Mannschatz ist optimistisch wie selten. Dabei hilft ihm die Tausendfüßler-Philosophie.

© Frank Baldauf

Von Franz Herz

Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Schmiedeberg. Andreas Mannschatz führt Einstellungsgespräche. Der Geschäftsführer der Schmiedeberger Gießerei GmbH, einem Tochterunternehmen der Dihag-Gruppe, hat gerade mit zwei jungen Männern gesprochen, die Gießereimechaniker lernen wollen. „Aber ich suche noch weiter“, sagt er. Beim Nachwuchs für die Werkstoffprüfer oder Zerspanungsfacharbeiter sind auch noch Plätze frei.

Dafür stehen in der Versandabteilung wasserfeste Seekisten bereit.
Dafür stehen in der Versandabteilung wasserfeste Seekisten bereit. © Frank Baldauf

Die Gießerei hat 2017 ein schwieriges Jahr gehabt mit einer Havarie zu Jahresbeginn. „Es haben sich dann nicht alle Erwartungen erfüllt. Aber wir haben das Jahr positiv abgeschlossen und auch weiter Personal eingestellt“, sagt der Geschäftsführer. Und derzeit blickt er so optimistisch in die Zukunft wie schon lange nicht mehr. „Wir fahren unter Volllast“, sagt der Chef. Von Sonntagabend bis Sonnabendmittag arbeitet der Betrieb in drei Schichten. Die Gießerei beschäftigt derzeit 280 Festangestellte und 50 Leiharbeiter. In der Tochterfirma SG CNC Bearbeitungs GmbH, die 2016 von Pirna nach Schmiedeberg umgezogen ist, sind 30 Mitarbeiter beschäftigt. Und sie werden das gesamte erste Halbjahr 2018 gut zu tun haben. Fürs erste Quartal sind die Aufträge schon sicher, und auch für das zweite Quartal sieht es gut aus.

„Das bestätigt unser Konzept“, sagt der Geschäftsführer. Er spricht dabei von einer „Tausendfüßler-Philosophie“. Das Unternehmen stellt sich breit auf und beliefert viele verschiedene Kunden aus unterschiedlichen Branchen. Wenn beim Tausendfüßler mal ein Bein schwächelt, hat er genug andere, um mit ihnen problemlos weiterzulaufen. Dafür stellt sich der Betrieb auf die verschiedensten Anforderungen ein. So hat er 2017 rund 2 800 verschiedene Produkte hergestellt. Davon waren 700 neue Produkte, für welche teilweise die Formen und Werkzeuge erst neu entwickelt und beschafft werden mussten. In der Regel sind es kleine Serien, die Stückzahlen von fünf bis tausend erreichen. Einzelne Teile werden übers Jahr auch in größeren Zahlen gefertigt.

Gussteile aus Schmiedeberg sind in der ganzen Welt anzutreffen. In der Versandabteilung steht derzeit ein Stapel mit Seekisten, die für den Export in die Vereinigten Staaten gebraucht werden. Dort hat sich der Absatz für die Schmiedeberger Gießerei im letzten Jahr verdoppelt. Die öffentliche Hand investiert dort viel in die Energiewirtschaft oder öffentliche Anlagen. Dafür werden Gussteile gebraucht, wie sie die Schmiedeberger anbieten. Auch nach China gehen Teile aus Schmiedeberg. Der Export nach Österreich, in die Schweiz und die Türkei nimmt ebenfalls zu. Der Direktexport macht rund 15 Prozent der Produktion aus. Indirekt gehen wahrscheinlich 80 Prozent der Gussteile ins Ausland als Teil der Maschinen oder Fahrzeuge, in die sie eingebaut werden,

Trotz dieser weltweiten Ausrichtung sieht Mannschatz die Gießerei aber nicht nur als Tausendfüßler, sondern auch als ausgesprochen bodenständiges Unternehmen, das seine Wurzeln in der Region hat und hier auch seine Mitarbeiter findet. „Es ist doch ein Gewinn für die Kollegen, wenn sie in 10 oder 20 Minuten auf Arbeit und wieder zu Hause sind, anstatt eine Stunde im Auto zu sitzen und im Stau zu stehen“, sagt er. Damit diese Verbindung bleibt, pflegt die Gießerei Partnerschaften mit der Oberschule Schmiedeberg sowie dem Förderschulzentrum Oberes Osterzgebirge, bietet die Möglichkeit zu Ferienarbeit und für Praktika an.

Damit dieses Unternehmen auch sicher in die Zukunft kommt, investiert es laufend in neue Produkte, bessere Qualität, Energieeinsparung und Arbeitsschutz. 2017 hat die Gießerei rund 800 000 Euro investiert, und 2018 wird es die gleiche Größenordnung sein. Zwei Öfen bekommen eine neue Absauganlage. Damit werden Dämpfe und Gase komplett abgesaugt sowie Wärmeverluste vermieden. Eine neue LED-Beleuchtung hilft, Strom zu sparen, und verschiedene kleinere Anlagen, die in die Jahre gekommen sind, werden ersetzt.