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Gießtrupps im Dauereinsatz

Bei 30 Grad Celsius und Trockenheit kommen bereits Kleingärtner nicht mit der Gießkanne hinterher. Was aber, wenn man in der ganzen Stadt Beete hat?

Helmut Kümmerl von der AGV wässert am Puschkinplatz Rabatten und Sträucher.
Helmut Kümmerl von der AGV wässert am Puschkinplatz Rabatten und Sträucher. ©  Sebastian Schultz

Riesa. Eine Gießkanne mit zehn Litern Wasser? Mit so was braucht Helmut Kümmerl gar nicht erst anzufangen. 1 800 Liter fasst der Tank auf der Ladefläche seines Multicar, mit dem der Mitarbeiter der städtischen Tochtergesellschaft AGV am Donnerstag auf dem Puschkinplatz unterwegs ist. „Den muss ich pro Schicht zwei- bis dreimal auffüllen“, sagt Kümmerl – und wässert mit einem ausrollbaren Schlauch die Beete und Sträucher in der städtischen Grünanlage.

Eine erst im Vorjahr auf der Ladefläche installierte Pumpe verleiht den nötigen Druck: In hohem Bogen kann der AGV-Mann Bäume und Büsche bewässern. Für die Blumenbeete kommt ein Aufsatz mit Löchern auf den Schlauch – ganz ähnlich, wie ihn Kleingärtner von der Gießkanne kennen. „Ich werde derzeit häufiger von Leuten angesprochen, ob ich mit dem Multicar nicht mal in ihrer Sparte vorbeikommen kann“, sagt Kümmerl. Aber dazu hat der Mitarbeiter gar keine Zeit. Er und seine Kollegen sind derzeit im Stadtgebiet im Dauereinsatz. Wie schon im knochentrockenen Vorjahr gilt es, im ganzen Stadtgebiet inklusive der zugehörigen Dörfer auf Gießtour zu gehen.

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Lücken neu bepflanzt

„Der Boden ist immer noch trocken, das bisschen Regen im Frühjahr hat nichts gebracht“, sagt Andreas Sonnenfeld, Technischer Leiter bei der AGV. Dieses Mal kommt noch eine Herausforderung dazu: Im Vorfeld des Tages der Sachsen hat die Stadt Lücken bepflanzen lassen, die durch abgestorbene Gewächse entstanden waren. So wurden etwa auch am Puschkinplatz neue Sträucher eingepflanzt. Die müssen jetzt natürlich besonders regelmäßig gegossen werden – genauso wie die Blumenkübel auf der Hauptstraße, die sich vom Wasserspiel am Rathausplatz die ganze Hauptstraße und weiter Richtung Bahnhof entlang ziehen.

Bei der derzeitigen Trockenheit müssen aber auch Alleebäume Wasser erhalten, die in den vergangenen Jahren gepflanzt wurden. Man merke, dass dort das Wurzelwerk noch nicht ausreiche. Immerhin: Ganz so schlimm wie 2018 ist die Situation in Riesa derzeit noch nicht. Damals hatte die Stadt Privatleute offiziell dazu aufgerufen, städtisches Grün zu gießen. Dennoch dürfe sich jeder Anwohner gern um das Grün vor seiner Tür kümmern, wenn er das möchte, heißt es aus dem Rathaus.

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