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Gift im Dresdner Rathaus

Die Linke schlägt Alarm: Im Rathaus-Ostflügel stecken gesundheitsgefährdende Stoffe. Die Stadtverwaltung beruhigt. Die Stoffe seien gebunden.

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Von Thilo Alexe

Dresden. Stadträte machen ihre Arbeit offensichtlich unter ungünstigen Bedingungen. Im Ostflügel des Rathauses am Dr.-Külz-Ring hat die Stadt Schadstoffe festgestellt. In 20 Einzelfallgutachten wurden unter anderem Schwermetalle, Asbest und Formaldehyd nachgewiesen. Das teilte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) auf eine Anfrage von Linksfraktionschef André Schollbach mit.

Im Ostflügel herrscht wenig Besucherverkehr. Allerdings sind die Büros der Stadtratsfraktionen dort untergebracht. Stadträte treffen sich dort zu Sitzungen und halten Bürgersprechstunden ab. Schollbach ist empört: „Nach dem Technischen Rathaus müssen wir nun feststellen, dass auch das Rathaus am Dr.-Külz-Ring mit gesundheitsschädlichen Stoffen kontaminiert ist.“

Bauarbeiter brauchen Schutz

Nach Angaben von Orosz besteht allerdings keine Gefahr. Die Stoffe seien gebunden. Sollte das Rathaus wie geplant saniert werden, müssten vor allem Bauarbeiter geschützt werden –etwa durch Masken.

Die Stadt geht davon aus, dass alle Gebäudeteile, die 1945 wieder aufgebaut und bislang nicht saniert wurden, „mit Schadstoffen belastet sind“.

Schollbach wirft der Dresdner Verwaltung eine schlechte Informationspolitik vor: „Insgesamt muss der Stadtspitze ein recht sorgloser Umgang hinsichtlich der Problematik gesundheitsschädlicher Stoffe in öffentlichen Gebäuden bescheinigt werden.“ Die Linke werde weiter der Frage nachgehen, ob Bauten kontaminiert sind.