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Giraffe ist in den Spreewald umgezogen

Das hölzerne Kunstwerk vom 12. Bildhauersymposium im Juni hat seinen endgültigen Standort in Burg gefunden.

Jens Holder,
Marcel Müller und
Silvio Ukat (v.l.n.r.)
zogen die Giraffe per Kran aus
ihrem Boot, um beides dann auf
einen Anhänger (rechts) zu laden.
Jens Holder, Marcel Müller und Silvio Ukat (v.l.n.r.) zogen die Giraffe per Kran aus ihrem Boot, um beides dann auf einen Anhänger (rechts) zu laden. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Morgens um halb neun im Zoo scharrten die Deutschen Lachshühner gestern friedlich in ihrem Gehege in der Erde rund um die große Birke. Ihr Hahn krähte sich die Seele aus dem Leib, als Marcel Müller und Jens Holder mit einem Kleintransporter samt schwerer Technik und Anhänger durch das Tor an der Fischerstraße rollten. Die beiden Männer von der Firma Israel Grabmale beziehungsweise vom Särchener Steinkunst-Atelier Wera waren gekommen, um ein mehrwöchiges Novum zu beenden. Denn im Zoo ist nun die längste Zeit eine Giraffe zu sehen gewesen.

Freilich: Das Tier ist aus Holz. Der Glauchauer Künstler Silvio Ukat hat es im Juni während des 12. Internationalen Bildhauersymposiums geschaffen – samt einem Wasserfahrzeug. „Die „Giraffe im Boot“ ist nun das erste der beim Symposium entstandenen Kunstwerke, das einen Käufer und damit auch einen endgültigen Standort gefunden hat. Eine kleine Delegation mit Ukat, Müller und Holder an der Spitze beförderte die Skulptur gestern in den Spreewald. Denn käuflich erworben hat sie eine Kunstfreundin aus Burg. Die Frau macht sie sich zu ihrem 60. Geburtstag sozusagen selbst zum Geschenk.

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Bevor jedoch die Reise beginnen konnte, musste die Giraffe gewissermaßen gezähmt werden. Sie erwies sich nämlich als recht widerspenstig beziehungsweise solide gefertigt. Bootskörper und Giraffe sind zwei Einzelstücke. Silvio Ukat hatte sie Ende Juni fest verschraubt. Nicht nur hatten die Schrauben eine beträchtliche Länge von vielleicht 20 Zentimetern. Sie saßen außerdem noch teils ziemlich verwinkelt im Holz. Ohne die Zuhilfenahme von elektrisch angetriebenem Werkzeug wäre das Unterfangen wahrscheinlich noch schweißtreibender geworden als wegen des sommerlichen Wetters mit satter Luftfeuchtigkeit ohnehin schon. Während Silvio Ukat sich also mit dem Schrauber an den zugänglichen Stellen zu schaffen machte, brach Marcel Müller erst einmal zum Werkzeughandel auf, um für die unzugänglichen Stellen Sägeblätter mit der nötigen Länge zu beschaffen. Als Boot und Paarhufer schließlich wieder voneinander getrennt waren, kam ein mobiler Portalkran zum Einsatz. Beide Teile wurden behutsam auf einen Anhänger bugsiert. Besondere Obacht legten die Giraffen-Transporteure dabei auf die Ohren. Schließlich konnte dann die Fahrt in den Spreewald beginnen. Die Käuferin hat sich dem Vernehmen nach eine passende Stelle für die „Giraffe im Boot“ ausgesucht. In der Nähe ist nicht nur ein Fließ, sondern auch eine Kindereinrichtung. Vermutlich wird das Holz-Tier also für viel Freude sogen. Denn so, wie zu hören ist, steht es zwar auf einem Privatgrundstück, aber doch vom öffentlichen Raum aus gut sichtbar.

Im beziehungsweise am früheren Kamelgehege sind nun also noch drei Symposiums-Kunstwerke verblieben. Wie Kerstin Noack vom Stadtmuseum sagt, gibt es für Dumitru Verdianus steinernes Entenküklein „Bobok“ Gespräche zu zwei möglichen Standorten an mehr oder weniger öffentlichen Orten. Dmitrii Fedins hölzerner „Schamane“ ist nach wie vor zu haben. Das zweite Großtier aber, Olaf Klepzigs Löwenschwänziger Mammut-Elefant, soll wohl, wie noch schwach vernehmbar gemunkelt wird, ebenso ein Geschenk zu einem 60. Geburtstag werden wie Silvio Ukats Giraffe. Großer Unterschied: Der Transportweg wäre in diesem Falle deutlich kürzer.

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