merken

Glänzende Angebote

Die Erlebniswelt Gold der Volksbank Raiffeisenbank hat ihr erstes Geschäftsjahr hinter sich. Das Edelmetall verkauft sich gut.

© Arvid Müller

Von Wolf Dieter Liebschner

Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

Radebeul. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Es kann auch Silber oder Platin sein. Doch die Erlebniswelt Gold in der Radebeuler Filiale der Volksbank Raiffeisenbank Meißen-Großenhain verspricht mit ihrem Namen nicht zu viel. In gut gesicherten Vitrinen liegen die Objekte der Begierde: Münzen und Barren aus edelsten Metallen und von verschiedenster Herkunft.

Vor rund 14 Monaten ging die Erlebniswelt Gold des Kreditinstituts an den Start. Nach dem ersten vollständigen Geschäftsjahr zieht Bankvorstand Claus-Michael Zwiebel eine positive Bilanz dieses Geschäftsbereiches. „Mit Edelmetall haben wir einen Jahresumsatz von rund 1,8 Millionen Euro erreicht“, so Zwiebel. „Im Schnitt werden bei dieser Anlageform jeweils gut 10 000 Euro investiert.“

Mit diesem Ergebnis bestätigt die Erlebniswelt Gold den Geschäftsverlauf der Genossenschaftsbank im vergangenen Jahr. In allen wesentlichen Sparten wurde zugelegt. So stieg das Kreditvolumen nach vorläufigen Zahlen um sechs Prozent auf 371 Millionen Euro und das Einlagevolumen um sieben Prozent auf über 900 Millionen Euro. Und nachdem die Bank erst im Sommer 2014 das 12 000. Mitglied begrüßen konnte, ist deren Zahl inzwischen auf fast 13 000 gestiegen. „Damit konnten wir unsere kontinuierliche Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen“, resümiert Zwiebel. Das ist ein zusätzlicher Grund zum Feiern. Die Bank begeht in diesem Jahr ihr 160-jähriges Bestehen. Das Kreditinstitut war einstmals als Creditverein zu Meißen gegründet worden und gilt als älteste Genossenschaftsbank Sachsens.

Wer noch im vergangenen Jahr oder Anfang Januar Gold gekauft hat, kann sich derzeit über einem enormen Wertzuwachs freuen. Der Preis für eine Feinunze Gold – das sind etwas mehr als 31 Gramm – lag am 29. Dezember 2014 noch bei 972,68 Euro. Bis zum 27. Januar 2015 stieg der Preis auf immerhin 1 148,90 Euro. Bankvorstand Zwiebel macht dafür vor allem die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Ankauf griechischer Staatsanleihen verantwortlich. „Die EZB verkündete dies am 22. Januar. Vor allem danach ging es mit dem Preis nach oben. Manche Anleger haben sich gefragt, was nun ihr Geld noch wert ist.“ Auch die Freigabe des Wechselkurses des Schweizer Frankens vor reichlich zwei Wochen habe den Goldpreis beeinflusst.

Wer die Erlebniswelt Gold betritt, um sich bei der Anlage beraten zu lassen, entscheidet sich zumeist für Gold, entweder in Barren oder Münzen, oder auch einer Mischung aus beidem. Silber sei dagegen weniger gefragt, Platin nur in sehr geringem Maße, so Zwiebel. „Das liegt zum einen am Mythos Gold, das schon über 3 000 Jahre als Zahlungsmittel gebraucht wird. Es übt einen ganz eigentümlichen Zauber aus. Und beispielsweise Silber wird eher als industriell genutztes Metall gesehen.“ Hinzu kommt, das Gold von der Mehrwertsteuer befreit ist.

„Aus dem Goldverkauf erzielen wir nur eine sehr geringe Marge“, sagt Zwiebel. „Es wäre aber falsch, das Gold ganz auszublenden.“ Immerhin kommt dieses Angebot dem Image des Kreditinstituts zugute. Und: „Alle Kunden, die zu Beratungsgesprächen kamen, waren von der Erlebniswelt Gold begeistert“, so der Bankvorstand. „Die Gespräche sind vertraulich und vertraut. Wir erreichen damit einen Vertrauensgewinn.“

Mythos hin, Zauber her – trotzdem hält Zwiebel weder Gold noch die anderen Edelmetalle für ein Allheilmittel. Schließlich kann der Preis fallen und zu Verlusten führen. Auch erzielt man damit keine Zinsgewinne. „Edelmetalle sind aber als Ergänzung ein wichtiger Bestandteil der Vermögensstruktur“, sagt Zwiebel. Er empfiehlt, je nach Risikoveranlagung des Kunden, „einen Anteil von fünf bis 15 Prozent Edelmetalle und andere Rohstoffe.“

Wer allerdings aufgrund eines nicht gerade üppig gefüllten Geldbeutels solche Gedankenspiele von sich weisen muss, kann sich den Traum vom Edelmetall trotzdem erfüllen. So manches in den Vitrinen der Erlebniswelt liegt preislich im unteren zweistelligen Bereich. Beispielsweise die österreichische Silbermünze mit einem Nennwert von 1,50 Euro, die zu Ehren der Wiener Philharmoniker herausgegeben wurde, kostet 20 Euro. Ein Geschenk für Musikliebhaber?

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.