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Gläserne Kostbarkeiten im Neuen Schloss

Die neue Sonderausstellung stellt die herausragende Bedeutung des Designzentrums vor.

Zahlreiche Gäste, unter ihnen auch ehemalige Glaswerker aus Weißwasser, besuchen die Vernissage. © Foto: Rolf Ullmann

Bad Muskau. Drei Wochen vor dem offiziellen Beginn der neuen Saison am 1. April lud die Stiftung Fürst-Pückler-Park bereits am Freitagnachmittag zu einem Auftakt ein, der ganz in der Tradition hochkarätiger Veranstaltungen im Neuen Schloss und im Park steht. Mit ihrer Thematik „Designzentrum-Werkstatt für Glasgestaltung Weißwasser, Friedrich Bundtzen und seine Mitarbeiter “ stellt die nunmehr vierte Sonderausstellung erneut die herausragende Bedeutung der Glasherstellung in Weißwasser für die wirtschaftliche Entwicklung der Region in den Mittelpunkt. Dabei wird insbesondere der Fokus in der Betrachtung durch die Besucher auf den Zeitraum von 1950 bis 1990 gelenkt. Die rund 500 Exponate wurden dabei zum größten Teil von den beiden leidenschaftlichen Designsammlern, dem Cottbusser Siegfried Kohlschmidt sowie Richard Anger aus Berlin, zur Verfügung gestellt. Als Kuratoren der Ausstellung waren sie aufgrund ihrer hohen fachlichen Kompetenz während der Eröffnung der Ausstellung gefragte Ansprechpartner für die zahlreichen Gäste. Das Glasmuseum in Weißwasser sowie Museen in Cottbus und Dresden steuerten weitere Leihgaben bei. Dadurch erhält der Betrachter einen außerordentlich umfangreichen Einblick in die Glaskunst in Weißwasser. Sie erlangte nicht zuletzt durch das Schaffen von Friedrich Bundtzen und seiner Mitarbeiter im Designzentrum Ansehen und Anerkennung weit über die Grenzen der damaligen DDR hinaus erlangte. Ja, man kann sogar von einer Weltgeltung sprechen, die Erzeugnisse aus der Glasmacherstadt in der Lausitz erlangten. Die Zeit von 1950 bis 1990 „präsentiert einen Höhepunkt der industriellen Formgestaltung,“ betonte Siegfried Kohlschmidt während eines Rundganges durch die Ausstellung. Der Wirkung der klaren Formensprache und des zeitlos schönen Designs der ausgestellten Gläser und sonstigen gläsernen Kunstwerke kann sich der Betrachter wohl kaum entziehen. Er will es wohl auch gar nicht. Die zerbrechlichen Kunstwerke beeindrucken auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung durch ihre Sachlichkeit und zugleich das hohe ästhetische Empfinden ihrer Schöpfer. Unverkennbar bergen viele der ausgestellten Stücke die künstlerische Handschrift von Professor Wilhelm Wagenfeld in sich. Seinem geradezu genialen Wirken als Glasgestalter hatte sich bereits die erste der vier Ausstellungen im Jahr 2012 zugewandt. An seiner Person und seinem Einfluss auf die Entwicklung der Glaskunst in Weißwasser kommt daher auch die jüngste Ausstellung nicht vorbei. Er war es auch, der Friedrich Bundtzen dazu ermutigt hat, eine selbstständige, von den sonstigen Betriebsabläufen weitgehend unabhängige Werkstatt für die Glasgestaltung aufzubauen.

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