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Gläserne Manufaktur liefert erstes Ein-Liter-Auto aus

Ein Berliner kauft das sparsamste Serienauto der Welt. Der Preis ist mit 110 000 Euro jedoch nicht massentauglich.

Von Bettina Klemm

Ganz locker kam Christian Malorny mit Frau und zwei Töchtern in die Gläserne Manufaktur von Volkswagen. Er kaufte jetzt das erste Diesel-Plug-Hybrid-Fahrzeug XL1. Als Direktor bei der McKinsey & Company und Leiter des Berliner Büros für den Bereich Automobil, beschäftigt er sich täglich mit allem, was die Gesellschaft in Bewegung bringt. Das Fahrzeug habe ihn von Anfang an begeistert, so freue er sich, nun ein eigenes fahren zu können, sagt er. Drei Gründe haben ihn zum Kauf bewegt: Das Auto sei kompromisslos auf Effizienz getrimmt, es sehe dennoch wie ein Volkswagen aus, und als Maschinenbauer sei er von der Technik mit der Hybridsteuerung und der Carbonkarosse überzeugt. Der XL1 ist mit einer Höhe von 1,15 Metern 30 Zentimeter flacher als der Golf. Das Design des Zweisitzers folgt den Gesetzen der Aerodynamik. Kameras übernehmen beispielsweise die Aufgabe von Rückspiegeln. Mit seinen Flügeltüren wirkt das Fahrzeug futuristisch.

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Malorny sammelt innovative Autos. Das neue ist nun sein elftes Fahrzeug. Er vergleicht es gern mit seinem Messerschmitt Tiger, das der deutsche Konstrukteur Fritz M. Fend entwickelte. Die ersten Modelle gingen 1953 in Serie. „Die Ziele waren damals ähnlich denen des XL1: Leichtbau und hohe Effizienz“, erläutert Malory. Auch das Äußere wie Flügeltürkonzept, Heckmotor vor der Hinterachse, Windschlüpfrigkeit ist ähnlich. Allerdings stehen den heutigen Ingenieuren ganz andere, allerdings auch deutlich teurere Technologien zur Verfügung. Messerschmitt hat damals viele Erkenntnisse aus dem Flugzeugbau einfließen lassen. Das gilt für den XL1 genauso. „Beide Autos bringen einen enormen Fahrspaß“, sagt Malorny. Billig ist das Vergnügen allerdings nicht. Stolze 110 000 Euro kostet das Auto. Den XL1 wird auch Malornys Frau Antje regelmäßig fahren. Schließlich müsse so ein Fahrzeug immer in Bewegung sein. Volkswagen gibt den Verbrauch mit 0,9 Litern auf 100 Kilometer an. Im Elektrobetrieb begnügt sich der Volkswagen mit weniger als 0,1 Kilowattstunden für mehr als einen Kilometer Fahrstrecke. „Damit ist der XL1 das effizienteste Serienauto der Welt. Er verkörpert das heute technisch Machbare in einer einzigartigen Form“, schwärmt Thomas Zahn. Er leitet bei Volkswagen den Bereich Vertrieb und Marketing. Das Fahrzeug wird in Osnabrück produziert und in der Dresdner Manufaktur vervollständigt und ausgeliefert. Mit einer geplanten Stückzahl von 200 Fahrzeugen wird es exklusiv bleiben. Nach dem Phaeton bietet die Gläserne Manufaktur nun ein weiteres Spitzenfahrzeug, erklärt Manufaktur-Sprecher Christian F. Haacke.