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Glanzvoller Luxus für den Weihnachtsbaum

Glasmacher aus dem Isergebirge stellen Christschmuck noch immer in Handarbeit her.

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Von Eva Jeschkova

Immer neue Ideen und die Geschicklichkeit der nordböhmischen Glasmacher hilft der Firma Goja in Jablonec nad Nisou (Gablonz), trotz der großen Konkurrenz aus China zu überleben. Der traditionsreiche Weihnachtsschmuckproduzent aus dem Isergebirge muss jedes Jahr mit Neuheiten auf den Markt kommen. Das Unternehmen stellt heute nicht mehr die einfachen, klassischen Formen von Weihnachtsbaumkugeln her, sondern hat sich auf Luxusware spezialisiert, auf komplizierte Formen und handgemalte Muster.

Die gesamte Produktion ist reine Handarbeit. „Wir machen Weihnachtsschmuck, den kein anderer herstellen kann“, sagt Geschäftsführer Jaroslav Hrabák. „Früher haben wir fünf Grundfarben benutzt, heute verwenden wir mindestens hundert verschiedene Farben. Die unterschiedlichen Farbtöne gibt es zudem in mehreren Sorten – normal lackierte, mit Metalliclack, mattglänzend oder mit Porzellaneffekt, erklärt Hrabák.

Export in die ganze Welt

Fast die gesamte Produktion wird exportiert, vor allem nach Westeuropa, nach Amerika, aber auch nach Kuba oder Australien. In diesem Jahr bestellen die Kunden vor allem weißen, mattglänzenden Weihnachtsschmuck. „Sehr gut verkaufen wir auch silberne, goldene und braune Farben – bis hin zu Kaffeetönen“, ergänzt Vera Rázková, die Meisterin der Malerei-Abteilung. „Während in der letzten Saison Orange an den Weihnachtsbäumen dominierte, erinnert sich in diesem Jahr fast keiner an diese Farbe“, erklärt sie die Kurzlebigkeit einer Kollektion. „Das ist wie mit der Mode – jedes Jahr etwas Neues.“ Auch Blau habe in diesem Jahr niemanden mehr interessiert.

Außer den klassischen Spitzen-Formen, Oliven oder Schwänen mit echten bemalten Federn gehören in dieser Saison Santa Claus und religiöse Motive wie das Christkind, die heilige Maria oder ein Englein auf der Wolke zu den am meisten gefragten Mustern.

Die Hauptsaison für die Weihnachtsschmuckerzeuger beginnt im März und endet im September. Im Dezember werden dann schon die ersten Bestellungen für das nächste Jahr entgegengenommen. Die Glasfirma hat 35 ständige Mitarbeiter und über den Sommer genauso viele Saisonkräfte. Noch vor sieben Jahren waren es hier aber doppelt so viele Beschäftigte. Der Jahresumsatz der Firma lag damals bei 30 Millionen Kronen (rund 1,1Millionen Euro), heute erreicht er nur noch die Hälfte. „Der große Boom liegt leider hinter uns“, sagt der Geschäftsführer.

Die Herstellung von Weihnachtsschmuck hat in Nordböhmen eine lange Tradition. Sie begann schon weit vor dem Ersten Weltkrieg. Und bis heute wird der Schmuck noch so gemacht, wie vor hundert Jahren. Die Weihnachtswerkstatt, in der von Glasbläsern vor dem Feuer geformte Kugeln oder in Formen geblasene Weihnachtsfiguren entstehen, hat sich nicht viel verändert. Gablonzer Glasschmuck ist schon ein ganzes Jahrhundert lang ein Begriff.

Seine schlichte, zeitlose Eleganz hat ihm auf der Weltausstellung in den 1930er Jahren sogar einen Preis eingebracht. Die tschechischen Glasbläser arbeiten vor allem mit Perlen und Glasröhrchen. Sie verspiegeln und polieren sie und setzen sie dann zu geometrischen Gebilden zusammen.