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Glashütte gewinnt 150.000 Euro

Mit dem Geld wird ein Projekt angeschoben, dass junge Leute in die Uhrenstadt bringen könnte. Die erste Etappe kann starten.

Glashütte hat bei einem Wettbewerb 150.000 Euro gewonnen.
Glashütte hat bei einem Wettbewerb 150.000 Euro gewonnen. © Egbert Kampath

Die Uhrenstadt kann ihr Projekt "Neustadt Glashütte" weiterverfolgen. Sachsens Ministerium für Regionalentwicklung wird es mit 150.000 Euro unterstützen. Das Geld fließt aus dem Wettbewerb "Ideen für den ländlichen Raum", an dem die Uhrenstadt erfolgreich teilgenommen hat. Darüber informierte Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU) am Mittwochvormittag in einer Pressekonferenz. 

Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) hatte die Pressekonferenz online verfolgt und war begeistert. "Ich habe mich sehr gefreut, als wir gleich als erster Preisträger genannt wurden",  erklärt Dreßler in einer ersten Reaktion. Er sei auch sehr dankbar, dass das  Projekt die Jury überzeugt habe und die Stadt das Preisgeld ohne Eigenanteil für die Suche nach den Chancen für ein gutes, nachhaltiges, gesundes Wachstum der Region einsetzen darf. "Sich mit diesen Zukunftsthemen beschäftigen zu dürfen, macht gerade in der aktuell schwierigen Situation Mut und stimmt einmal mehr optimistisch."

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Worum geht es in dem Projekt?

Das Projekt „Neustadt Glashütte – nachhaltiges, modernes und zukunftsfähiges Leben im ländlichen Raum“ geht auf einen gemeinsamen Antrag von CDU- und Grünen-Fraktion im Stadtrat zurück, der eine Mehrheit fand. Ziel des Projekts ist es, die Chancen für die Ansiedlung junger Menschen und Familien zu untersuchen. Damit soll nicht nur die Zahl der Einwohner erhöht, sondern auch Arbeitskräfte für die Unternehmen gewonnen werden.

Was ist nun geplant?

Im ersten Schritt soll mit Unterstützung von Wissenschaftlern, vorgesehen ist eine Zusammenarbeit mit der TU Dresden, eine Studie erarbeitet werden. In dieser soll aufgezeigt werden, welche Voraussetzungen für verschiedene potenzielle Zielgruppen erfüllt sein müssen, damit sich diese Leben und Arbeiten im ländlichen Raum vorstellen können. "Dies haben wir bisher nicht tiefgründig untersuchen können", so Dreßler. Die Ergebnisse werden auch für andere Kommunen im  ländlichen Raum interessant sein. 

Wie geht es im nächsten Schritt weiter?

Auf der Grundlage der Ergebnisse will Glashütte untersuchen lassen, ob und wo die Anforderungen der Zielgruppen in der Stadt erfüllt werden können. Dabei soll auch untersucht werden, ob man dazu einen komplett neuen Stadtteil errichten müsste.  Kommt man zu diesem Schluss, soll eine konkrete Vision für einen neuen Ortsteil entwickelt werden, so Dreßler. Von dem neuen Stadtteil sollen auch die Einwohner der bisherigen Ortsteile und die gesamte Region profitieren

Wo könnte der neue Stadtteil entstehen?

Dafür gibt es noch keine konkreten Pläne. Mögliche Bauflächen sollen erst im letzten Schritt näher untersucht werden. Dabei soll auch geprüft werden, welche Anforderungen an das Baurecht und die Wirtschaftlichkeit erfüllt werden müssen. "Es ist also ein langer Weg mit ungewissem Ausgang, aber ein Weg, der in jedem Fall Ideen und neue Chancen ergeben wird", so Dreßler. 

Wie sicher ist, dass ein neuer Stadtteil entsteht?

Ob am Ende ein neuer Stadtteil entsteht, ist offen. Nach jedem Zwischenergebnisse wird  neu entschieden, wie es weitergeht. Der Prozess soll von einer „Lenkungsgruppe“ begleitet werden. In dieser sollen Stadträte, Vertreter der Unternehmen und Wissenschaftler mitwirken. Dreßler will aber auch Fachbüros und Bürger einbinden. Deshalb sollen Teilergebnisse öffentlich vorgestellt und diskutiert werden. "Ich hoffe hier auf viele optimistische, zukunftsgewandte Diskussionen", so Dreßler.

Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) hatte die Bekanntgabe der Gewinner im Wettbewerb des Ministeriums für Regionalentwicklung online mitverfolgt.
Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) hatte die Bekanntgabe der Gewinner im Wettbewerb des Ministeriums für Regionalentwicklung online mitverfolgt. © Egbert Kamprath

Der simul+Wettbewerb "Ideen für den ländlichen Raum"

Bei dem Wettbewerb wurden 362 Vorhaben eingereicht. Das Ministerium für Regionalentwicklung hat 70 Beiträge mit Prämien in Höhe von 5.000 bis 300.000 Euro ausgezeichnet. Insgesamt stellt der Freistaat über diesen Wettbewerb knapp fünf Millionen Euro zur Umsetzung der Ideen in den Dörfern und kleinen Städten im ländlichen Raum bereit.

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"Alle Beiträge haben tolle Ideen zur Gestaltung lebenswerter Gemeinden sowie kreative Konzepte zur Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens im ländlichen Raum. Das zeigt den Wunsch in vielen Orten, gemeinsam mehr aktiv zu werden, Neues zu probieren und Traditionen zu pflegen. Hinter den Beiträgen stehen Initiativen, an denen sich Tausende Menschen beteiligt haben", sagte Staatsminister Thomas Schmidt (CDU). Er sei sich sicher, dass alle Teilnehmer von der gemeinsamen Ideenfindung für ihre Vorhaben profitieren werden!

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