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Dippoldiswalde

Glashütte hilft Oberschlesien

Die Stadt hat beim Bund Geld organisiert. Damit wird ein Altar in der polnischen Partnergemeinde restauriert.

Blick auf die katholische Kirche im oberschlesischen Chronstau. Die Gemeinde pflegt eine Partnerschaft mit der Uhrenstadt Glashütte.
Blick auf die katholische Kirche im oberschlesischen Chronstau. Die Gemeinde pflegt eine Partnerschaft mit der Uhrenstadt Glashütte. © privat

Seit Jahren pflegen die Reinhardtsgrimmaer und die Glashütter eine Partnerschaft nach Oberschlesien zur zweisprachigen Gemeinde Chronstau/Chrzatowice. Die Partnerschaft wird in diesem Jahr mit ganz praktischer Hilfe aus Sachsen fortgesetzt. Die Uhrenstadt hat sich beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien um einen Zuschuss  für die Restaurierung des Hauptalters der Kirche „Zur unbefleckten Empfängnis Mariäe“ bemüht. Wie Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) informiert, habe die Stadt Anfang Februar den Zuschlag in Höhe von 27.000 Euro erhalten.

Dieses Geld kommt aus dem Etat, mit dem die Bundesregierung Projekte, die sich auf die Kultur und Geschichte der ehemaligen deutschen Ost- und Siedlungsgebiete im östlichen Europa beziehen, finanziert. Der Gesetzgeber stellt aber die Bedingung, dass eine juristische Person in Deutschland das Geld beantragen muss. Aus diesem Grund bat die Pfarrei Chronstau im November 2018 die Stadtverwaltung Glashütte, sich um diese Projektförderung zu bemühen. Das geschah im Januar 2019. 

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Chronstau, polnisch Chrzastowice, ist eine der wenigen Gemeinden in Polen, die zweisprachige Ortseingangsschilder haben.
Chronstau, polnisch Chrzastowice, ist eine der wenigen Gemeinden in Polen, die zweisprachige Ortseingangsschilder haben. © privat

Eigentlich sollte der Stadtrat über den Vertrag befinden, der die Weiterreichung der Fördermittel nach Oberschlesien regelt. Weil die Sitzung wegen des Coronavirus abgesetzt wurde, entschied Dreßler per Eilentscheidung, den Vertrag zu unterzeichnen. Glashütte gehe kein Risiko ein, so der Bürgermeister. Denn die Stadt übernimmt hier keine Eigenmittel, sondern leitet nur Fördermittel zu 100 Prozent an die Pfarrei der Partnergemeinde weiter. "Die Mittel sind 2020 zu verwenden, sodass der Verfall der Fördermittel droht. Hier freue ich mich, dass wir erstmals einen aktiven Beitrag im Sinne unserer Partnergemeinde leisten können.", so Dreßler.

Neugotischer Altar in alter Pracht

Die Chronstauer Kirche wurde 1897 errichtet. Das Alter des Altars ist aber nicht bekannt, weil er von einer anderen Kirche  nach Chronstau umgesetzt wurde. "Wir können nur schätzen, dass der Altar circa 50 Jahre älter ist als die Kirche", sagt Rafal Bartek, Vorsitzender des Deutschen Freundschaftskreises (DFK) in Chronstau und Mitglied des Pfarrgemeinderates. Wer den Altar geschaffen hat, ist auch nicht bekannt. "Es ist ein sehr schöner neugotischer Altar mit schönen Schnitzereien und sehr schönen Skulpturen", so Bartek. Da der Altar zwischenzeitlich umgebaut und neu bemalt wurde, gehe es jetzt darum, ihm seine alte Pracht wiederzugeben.

Glashüttes Partnergemeinde Chronstau hat neun Ortsteile und insgesamt circa 6.500 Einwohner, davon rechnet sich rund die Hälfte zur deutschstämmigen Minderheit. Die im Kernort befindliche Pfarrgemeinde ist für die Orte Chronstau und Lendzin zuständig. Nach Angaben des Pfarrers besuchen rund 600 Gläubige regelmäßig die Messen. In beiden Orten wohnen rund 2.000 Menschen.

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