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Glashütte soll dieses Jahr Flüchtlinge aufnehmen

Das Landratsamt appelliert an die Bürgermeister, Plätze anzubieten. Doch das haben noch nicht alle getan.

Von Domokos Szabó

Bei der Unterbringung von Flüchtlingen in den Städten und Gemeinden des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge soll die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. In der Region wird es kein zweites Perba geben, verspricht die Flüchtlingsbeauftragte des Landratsamtes, Kerstin Körner. Das 160-Seelen-Dorf nahe Meißen kam in die Schlagzeilen, weil es 50 Asylbewerber aufnehmen soll. Das stieß auf starken Widerstand.

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Doch die Flüchtlingsbeauftragte macht auch klar, dass in diesem Jahr alle Städte und Gemeinden im Landkreis gefordert sind, ihren Beitrag zu leisten. „Der Flüchtlingsstrom ist ungebrochen und wir brauchen in diesem Jahr 1 000 neue Plätze“, sagt sie. Deshalb wird in dieser Woche ein Brief mit den aktuellen Zahlen an die Bürgermeister im Landkreis geschickt. Ende 2014 lebten 940 Asylbewerber im Landkreis, das entspricht 0,4 Prozent der Bevölkerung.

Wie viele Flüchtlinge die einzelnen Gemeinden im Landkreis einquartieren und ob sie damit ihr Soll erfüllen, ist höchst unterschiedlich. Laut einer Übersicht des Landratsamtes leben in 70 Prozent der 36 Städte und Gemeinden des Landkreises immer noch keine Flüchtlinge.

Dazu gehören Altenberg, Bannewitz, Dohna, Stolpen, Wilsdruff, Dürrröhrsdorf-Dittersbach und Müglitztal. Allerdings haben alle hier Genannten bereits Angebote an das Landratsamt übermittelt, die nun in der Prüfung sind. Kreischa, Gohrisch, Hohnstein, Glashütte und Lohmen gehören dagegen zu den Orten, aus denen das Landratsamt noch auf positive Signale wartet. Aber auch die Rathäuser, die ihr Soll bereits erfüllt haben, werden mit Blick auf die vorhergesagten Zahlen neue Angebote machen müssen – außer Dippoldiswalde, das mit Schmiedeberg über ein Flüchtlingsheim verfügt. Das Heim in Langburkersdorf bei Neustadt wird dagegen im Herbst geschlossen, die Bewohner kommen in Wohnungen unter.

Aus Sicht des Landratsamtes und der Flüchtlingssozialarbeit ist die Akzeptanz der Asylbewerber im Landkreis in den letzten Wochen gestiegen. „Bei den Einwohnerversammlungen rückt immer mehr die Frage in den Vordergrund: Wie kann ich helfen?“ Für die Interessenten ist eine Hotline eingerichtet worden. ( 0151 11348894). Außerdem nimmt das Bürgerbüro per E-Mail ([email protected]) Anfragen und Anregungen entgegen. Rund 50 E-Mails gehen dort täglich ein – viele auch mit besorgten Fragen.

In Freital und Heidenau sollen unterdessen neue Willkommensbündnisse für eine nachbarschaftliche Betreuung der Asylsuchenden gegründet werden. Bannewitz und Wilsdruff haben solche Bündnisse bereits – allerdings noch keine Flüchtlinge in der Nachbarschaft.

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