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Glashütter Damm hat Probe bestanden

90 000 Kubikmeter Wasser der Prießnitz sind wieder weg. Ein zweiter Test folgt noch, sogar mit Straßensperrung.

Von Franz Herz

Diese Woche haben die Staumeister die Schieber geöffnet, und das letzte Wasser ist aus dem Hochwasserrückhaltebecken an der Prießnitz oberhalb von Glashütte wieder abgeflossen. Am Dienstag stand das Wasser noch sechs Meter hoch, am Mittwoch lag nur noch etwas Schlamm am Boden. Ehsanullah Amani, der bei der Talsperrenverwaltung für Stauanlagen im Bereich der oberen Elbe zuständig ist, ist zufrieden mit dem Probestau. Die Aktion hat für ihn neue Erkenntnisse und eine Menge Sicherheit gebracht.

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Wie lange hat der Probestauin Glashütte gedauert?

Er hat früher begonnen als geplant. Weil für das Wochenende 17. und 18. Mai starker Regen angesagt war, haben die Staumeister bereits am Freitag vorher die Schütze geschlossen und mit dem Stau begonnen. „An dem Wochenende ist Regen gefallen, der uns 10 000 Kubikmeter Wasser gebracht hat. Die wollten wir natürlich mitnehmen“, sagt Amani. Ursprünglich sollte die Probe erst am Montag danach beginnen. Seit vergangener Woche sank der Wasserspiegel wieder. Am Dienstag stand das Wasser noch sechs Meter hoch. Da wurden letzte Proben genommen und schließlich der Wasserspiegel auf null gefahren.

Ist damit der Bau des Rückhaltebeckens abgeschlossen?

Der Bau ist fertig. „Wir sind auch sicher, dass der Damm sicher ist und funktioniert. Aber vor dem endgültigen Abschluss ist immer noch ein Probestauprogramm vorgesehen“, sagt Amani. Der jetzige Probestau war nur ein Teil davon, nächstes Frühjahr soll ein zweiter Testlauf folgen.

Wie viel Wasser

wurde jetzt aufgestaut?

Im jetzigen Probestau standen insgesamt 90 000 Kubikmeter Wasser oberhalb vom Damm. Das ist mehr, als eigentlich für die geplanten Tests erforderlich war. Der neu gebaute Damm kann aber weit mehr Wasser aufhalten. Der Stauraum ist 1,05 Millionen Kubikmeter groß. Beim Probestau im kommenden Frühjahr soll das Rückhaltebecken deutlich stärker gefüllt werden, bis zu drei Vierteln des möglichen Vollstaus.

Welche Erkenntnisse

hat der erste Probelauf gebracht?

„Wir haben die Betriebseinrichtungen getestet, und sie funktionieren alle wie vorgesehen“, sagt Amani. Nur bei einem Segmentschütz, welches die Wassermenge reguliert, die bei einem Hochwasser durchfließt, musste nachjustiert werden. Die Technik muss unter hohem Wasserdruck funktionieren. Um das zu sichern, muss sie auch unter solchen Bedingungen getestet werden. Das geht nur mit einem Probestau.

Wozu dient der zweite Probestau kommendes Jahr?

Dann soll das Wasser deutlich höher stehen als in den letzten Wochen. Damit testen die Fachleute, wie dicht der Staudamm hält und wie seine Überwachungstechnik funktioniert. Davon ist dann für die Anwohner mehr zu spüren als in den letzten Wochen. Bei der für das Frühjahr geplanten Stauhöhe wird auch die Straße zwischen Glashütte und Johnsbach überflutet und für den Verkehr gesperrt.

Wo liegen die Schwierigkeitenfür die Tests in Glashütte?

Damit der Probestau im kommenden Frühjahr klappt, hoffen die Mitarbeiter der Landestalsperrenverwaltung auf einen schneereichen Winter, der im Frühjahr 2015 viel Schmelzwasser bringt. Sie sind dabei von den Wendungen des Wetters abhängig. Das unterscheidet die Situation an dem Rückhaltebecken in Glashütte beispielsweise von der Talsperre Klingenberg. Dort fanden in der Vorsperre und in der Hauptsperre auch derartige Probeläufe statt. Die konnten aber deutlich besser gesteuert werden. Oberhalb liegt dort die Talsperre Lehnmühle, von der die Staumeister gezielt Wasser abgeben konnten. Eine solche Möglichkeit fehlt in Glashütte.