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Weißwasser

Glasmuseum frischt Dauerschau auf

Für den Neustart nach Corona sprudeln vor allem für kleine Museen diverse Förderquellen. Dafür sind Eigenmittel nötig – und sinnvolle Projekte.

Christine Lehmann packt die mit Mitteln der Sparkassenstiftung finanzierten Vitrinen aus. Darin können Objekte des Bauhausschülers Wilhelm Wagenfeld gezeigt werden.
Christine Lehmann packt die mit Mitteln der Sparkassenstiftung finanzierten Vitrinen aus. Darin können Objekte des Bauhausschülers Wilhelm Wagenfeld gezeigt werden. © Joachim Rehle

So langsam kehrt im Glasmuseum Weißwasser wieder so etwas wie Normalität ein. Wenn man mal davon absieht, dass Besucher sich vorher telefonisch anmelden müssen, weil ihre Anzahl wegen der kleinen Räume begrenzt ist. Außerdem haben sie Mundschutz zu tragen.

Trotz der Hygienemaßnahmen ist Museumsleiterin Christine Lehmann froh, dass sie nach der wochenlangen Corona bedingten Schließung überhaupt wieder öffnen durfte. Sie selbst hat die Schließzeit für viele organisatorische Aufgaben genutzt. Allen voran die Abrechnung von Fördermitteln. Mit einem Zuschuss der Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien wurde die Ausstellung zum Jubiläum 100 Jahre Bauhaus mitfinanziert. Aus dieser Zuwendung durfte das Glasmuseum gleich noch drei neue Sockelvitrinen anschaffen. Die sind inzwischen da und eingeräumt. Wagenfeld-Objekte sind darin zu sehen.

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Auch waren Anträge für neue Fördergelder zu stellen. So wurde über den Deutschen Verband für Archäologie ein Förderprogramm für Regionalmuseen in kleinen Städten aufgelegt. Gedacht ist „Neustart“ zur Unterstützung nach der Corona bedingte Schließung. „Wir möchten das Geld zur Auffrischung der Dauerausstellung nutzen“, sagt Christine Lehmann. Es könnten Objekttexte überarbeitet werden. Auch würden die Beschilderung des seit Langem vorgesehenen Leitsystems und die Einbeziehung neuer Medien ermöglicht. Für die maximale Fördersumme von 25.000 Euro müsste ein Eigenanteil von 25 Prozent aufgebracht werden. Sie sei jetzt dabei, dies über Drittmittel zu sichern.

Die Siemens-Stiftung vergibt Honorargelder für die Inventarisierung. Für das Glasmuseum in Weißwasser wäre es sehr nützlich, über diese Förderung jemand anstellen zu können. „Wenn man die Inventarisierung nebenbei macht, kommt man viel zu langsam vorwärts“, begründet die Museumschefin. Trotz vieler durchaus verlockender Angebote stelle sie sich die Frage, was sinnvoll, machbar und schaffbar ist. „Es macht keinen Sinn, kleine Projekte zu erfinden, nur um der Projekte wegen. Wir sollten Sachen angehen, die sowieso anstehen“, so Christine Lehmann. 

Mit Mitteln des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien möchte sie die Museumspädagogik voranbringen und dafür einen extra Raum einrichten. Aber noch sei ja völlig unklar, ab wann man in den Museen wieder mit Kindern zusammensitzen dürfe. Wegen der Corona-Krise muss der Ausstellungsplan im Glasmuseum überarbeitet werden. Mindestens noch zwei Sonderausstellungen soll es 2020 geben. Wie die kleine Wanderschau des Wachsmannhauses Niesky über die Holzbauweise der Moderne. Die Schau bezieht sich auch auf ein Haus in Weißwasser. Ob die Ausstellung der IHK zum Sächsischen Industriepreis im Glasmuseum stattfindet, ist hingegen noch in der Schwebe. 

Und auf 2021 verlegt wurde eine Sonderschau mit den Ergebnissen eines Symposiums der Glasgraveure in Kamenicky Senov. Zwischen den Glasfachschulen beider Orte gab es einst eine enge Zusammenarbeit. Ende 2019 unterschrieb Weißwassers OB Torsten Pötzsch einen Kooperationsvertrag. Daraus entstand ein Gestaltungskurs für Glasschmuck in Weißwasser. Hier wie da sei man geknickt, dass wegen Corona nichts stattfinden kann, sagt Christine Lehmann. „Aber es ist schön, dass es nicht ganz abgesagt, sondern auf 2021 verlegt wurde“, freut sie sich.

Glasmuseum Weißwasser: Geöffnet ist Dienstag bis Freitag 10 bis 16 Uhr. 

Anmeldung: 03576 204000

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